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Auch über die Chirurgie kann Herr Geheimer Dr. Schleiermacher ſich nicht enthalten, ſeine eigene Art von Rath zu ertheilen. Er ſagt:
„Nach der Analogie der allgemeinen Pathologie und Therapie iſt neben dieſen auch ein Vortrag über allgemeine Chirurgie beſtimmt, ihrer Natur nach nur ein Theil der allgemeinen Therapie, man müßte denn damit die ſogenannten chirurgiſchen Krankheiten verbin⸗ den, deren Begriff die allgemeine Pathologie zu erläutern hat. Wir glauben bezweifeln zu dürfen, daß ein Lehrer der Chirurgie zu einer derartigen Trennung geneigt ſeyn ſollte; was von der allgemeinen Chirurgie zu erwähnen iſt, wird ohne alle Beſchwerde in den Cur⸗ ſus der ſpeciellen Chirurgie aufgenommen werden können, dem man nur dieſen Namen nicht zu geben braucht, ſondern einfach bei dem der Chirurgie ſtehen bleiben kann. Auch iſt gar nichts dabei zu
herinnern, wenn die im Studienplan getrennten ſpecielle und opera⸗
tive Chirurgie in einem einjährigen Curſus der Chirurgie vereinigt werden, wie dieß auf vielen Univerſitäten und auch ganz zweckmä⸗ ßig der Fall iſt; das ſind Gegenſtände über die ſich eine Staats⸗ behörde mit dem academiſchen Lehrer benehmen kann, die aber nicht, wie es hier geſchieht, durch feſte Normen geregelt zu werden brau⸗ chen, durch Normen, welche durch die gegenwärtigen Vorträge beſtimmt worden ſind, an deren Stelle aber andere ganz eben ſo gut dem Zweck entſprechen können.“
Die Chirurgie iſt äußere Heilkunde, alſo die Lehre von den äußern(vorzugsweiſe mechaniſchen und chemiſchen) Krankheiten und von der äußern(vorzugsweiſe mechaniſchen und chemiſchen) Heilweiſe. Dieſe Doctrin zerfällt ſonach von ſelbſt in die Lehre von denchirurgiſchen Krankeitsformen, moͤgen dieſelben durch chirur⸗ giſche oder mediciniſche Mitiel geheilt werden, und in die Lehre von den operativen Hülfen, gleichviel ob zur Heilung chirurgiſcher oder mediciniſcher Uebel dienend. Man hält dieſe, aus der Natur der Sache hervorgehende Abtheilung in chirurgiſche Krankheits⸗ lehre und chirurgiſche Operationslehre auch bei den Vorträ⸗ gen feſt, und trennt namentlich die Operationslehre durch beſondere Vorträge ab, um bei den verſchiedenen operativen Verfahren nicht durch die Abhandlung aller Krankheitsformen, für welche daſſelbe als Hülfs⸗ mittel dienen kann, unterbrochen zu werden. Mit dieſen Vorträgen ſind
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