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Gegenbemerkungen auf die Bemerkungen des Herrn Geheimen Raths Dr. Schleiermacher über den Studienplan für die Großherzoglich Hessische Landesuniversität zu Gießen / vom Geheimen Medicinalrathe Dr. v. Ritgen, Professor an dieser Universität
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Die

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Sinne erſcheint uns dem in die einzelnen Disciplinen zerriſſenen, die neben und nacheinander vorgetragen werden ſollen, jeden Falls vorzu⸗ ziehen ſeyn ſagen will, iſt nicht abzuſehen, da ja der Studienplan einen beſondern Vortrag über allgemeine Pathologie, als der allge⸗ meinen Erkrankungslehre nach ihren Hauptvorgängen und den, als Schädlichkeiten erſcheinenden, ſie bedingenden Einflüſſen, ſo wie über allgemeine Therapie, als der allgemeinen Wiederherſtellungslehre nach ihren Hauptvorgängen und den, als Heilmittel erſcheinenden, ſie bedingenden Einflüſſen, vorſchreibt. Auch wird die allgemeine Patho⸗ logie und Therapie als Einleitung in die ſpecielle Pathologie und ſpe⸗ cielle Therapie wirklich geleſen. Es geſchieht alſo, was Herr Schleier⸗ macher will, warum ſagt er denn, er wolle es anders, als es geſchieht? Wenn er aber, nachdem er die allgemeine Pathologie und Therapie als Einleitung verlangt hat, ſagt:eine beſondere Vorleſung über allgemeine Therapie gegen das Ende des mediciniſchen Curſus könnte dagegen ſehr erſprießlich werden, u. ſ. w. ſo will er wohl die allgemeine Therapie am Anfange und nochmals am Ende des Stu diums geleſen oder gehört wiſſen? Oder will er, daß derſelbe Docent, welcher die ſpecielle Pathologie und Therapie lieſt, als Einleitung in dieſen ſpeciellen Vortrag, welcher dermalen in vier Semeſtern geleſen wird, auch noch die allgemeine Pathologie und Therapie aufnehme und um noch ein Semeſter verlängere? Die Semiotik iſt eine Reca⸗ pitulation aller Erkrankungs- und Geneſungserſcheinungen, welche die allgemeine und ſpecielle Pathologie und Therapie vorgeführt haben, und giebt die vielen einzelnen Bilder, zu einem einzigen Gemälde in Hauptzügen vereinigt, wieder. Sie iſt alſo erſt verſtändlich, nach⸗ dem jene einzelnen Bilder vorgeführt worden ſind. Deshalb bringt der Studienplan dieſelbe an das Ende des Studiums. Dort iſt ſie Herrn Schleiermacher nicht recht und er möchte ſie ganz im Anfange als Einleitung der allgemeinen Pathologie gelehrt ſehen. Man bedenke aber, was er da will. Die Semiotik ſagt z. B.: dieſe beſondere Beſchaffenheit des Urins z. B. mit rothem oder anderm Satze kommt bei dieſen oder jenen Arten von Fieber, bei Rheumatismus, bei Hä⸗ morrhoiden u. ſ. w. vor. Nun kennt aber der Schüler die fraglichen Fieberformen noch gar nicht, er weiß nichts Näheres über Rheumatis⸗ mus, Hämorrhoiden u. ſ. w., welchen Nutzen ſoll er da von der abſtracten Zeichenlehre ſchöpfen, da er noch kein konkretes Krankheits⸗ bild vorgeführt erhalten hat? Iſt es denn möglich, einen unpracti⸗ ſcheren Rath zu ertheilen?