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Gegenbemerkungen auf die Bemerkungen des Herrn Geheimen Raths Dr. Schleiermacher über den Studienplan für die Großherzoglich Hessische Landesuniversität zu Gießen / vom Geheimen Medicinalrathe Dr. v. Ritgen, Professor an dieser Universität
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ſität, durch bloßen Unterricht bei andern Thierärzten, zu bilden, ſo müßte dieß auch für die Thierärzte erſter Klaſſe gelten, was ja Herr Schleiermacher ſelbſt keineswegs zu behaupten ſcheint.

Man ſieht, daß die Vergleichung der Thierärzte zweiter Klaſſe mit den Phyſikatschirurgen ganz unſtatthaft iſt, da jene eine ganz illi⸗ mitirte, dieſe eine ſehr beſchränkte Befugniß im practiſchen Felde haben. Hiernach läßt ſich würdigen, was der Herr Geheime Rath Dr. Schleiermacher vorbringt, indem er ſagt:

Außer der Chemie und Botanik, welche die Thierärzte zweiter Klaſſe vor den Wundärzten voraus haben, dürfen oder müſſen viel⸗ mehr jene auch noch pharmaceutiſche Chemie ſtudiren, deren fleißi⸗ ger Beſuch bei ihnen Vorausſetzung der Zulaſſung zur Prüfung iſt, wenn auch kein Semeſter dafür beſtimmt wird, während der Stu⸗ dienplan den Wundärzten nur einen beſonderen Vortrag über chirur⸗ giſche Arzneimittellehre anſetzt.

Es iſt nun noch dasjenige zu berühren, was von dem academiſchen Unterrichte der Aerzte, als Zöglingen für die geſammte Menſchenheil⸗ kunde, geſagt wird. Zuerſt hebe ich das Glaubensbekenntniß des Herrn Geheimen Raths Dr. Schleiermacher über Phyſiologie aus, welches er, bei Gelegenheit der Betrachtung der Stellung und des Unterrichts der Phyſikatschirurgen, mittheilt. Er bemerkt nämlich:

Für die Wundärzte wird ein beſonderer Vortrag über die Phy⸗ ſtologie vorgeſchrieben, über deſſen Umfang und Inhalt uns leider der Studienplan in Ungewißheit läßt, denn allerdings wäre es intereſſant, die Theile der Phyſiologie kennen zu lernen, die für den Chirurgen unnöthig erachtet werden. Sollte damit indeſſen vielleicht eine höhere, naturphiloſophiſche, das iſt ſpeculative, Phyſiologie gemeint ſeyn, ſo könnten damit auch wohl die künftigen Aerzte ver⸗ ſchont bleiben, und es bedürfte dann des beſonderen Vortrags nicht.

Nach demjenigen, was Herr Schleiermacher, oben angedeuteter Maaßen, von der Philoſophie überhaupt und von der Lehre von den Individuen insbeſondere, als den allein in der Schöpfung vorkom⸗ menden urſprünglichen Kräften, von welchen alle mitgetheil⸗ ten Kräfte ausgehen, hält, darf man ſich über ſeine Anſicht, man könne und ſolle ſich nur mit dem Studium der letzteren beſchäftigen, nicht mehr wundern. Man betrachtet in neueſter Zeit vielfach die