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Blatte niederlegen ſollen, und er hätte wohl gethan in dieſer Bezie— hung dem eigenen erſten Antriebe, von welchem er ſpricht, und wel⸗ ſcher aus einem geſunden Tacte hervorgehen mußte, zu folgen. Ge⸗ wiß würde ſein Aufſatz an einem ſolchen rechten Orte Niemanden ent⸗ gangen ſein, der zur Antwort geneigt ſein könnte; er würde alsdann, entweder verdientes Schweigen, oder angemeſſene wiſſenſchaftliche Er⸗ wiederung gefunden haben. Die Furcht des Herrn Geheimen Raths Schleiermacher, daß hier das Inland eher zurückgeblieben ſein würde, iſt ſicher ungegründet. Hätte er die Recenſion zugleich anonym gege⸗ ben, ſo konnte die Erwiederung in gleicher Weiſe, und um ſo unbe⸗ fangener, und mit Ausſchluß aller perſönlichen Beziehungen, ſo wie derjenigen, welche, als mit der Stellung des Recenſenten zuſammen⸗ hangend, möglich gedacht werden können, erfolgen. Es iſt alſo die Be⸗ ſprechung des Gegenſtandes in leidenſchafts- und furchtloſer Weiſe gerade für das Inland erſchwert, ſtatt erleichtert worden.
Ob ferner Herr Geheimer Rath Schleiermacher überhaupt, und bei ſeiner Stellung insbeſondere, es ſich erlauben durfte, ein, keines⸗ wegs in den Buchhandel gegebenes Regulativ, ſofort allgemein zu publiciren und anzugreifen, mag dahin geſtellt ſein. Er behauptet im Vorworte, der Studienplan ſei öffentlich verkauft worden. In dieſer Beziehung habe ich hier zu erklären, daß von mir, der als Se⸗ natsreferent den Druck zu leiten hatte, zu einem ſolchen öffentlichen Verkaufe niemals die Einwilligung ertheilt, übrigens dieſe aber auch von keiner Seite her verlangt worden iſt.
Hätte Herr Geheimer Rath Dr. Schleiermacher ſich der Entſtehung des Studienplans mit einem befreundenden Gefühle ebenſo ſehr zuge— wendet, wie er mit einer entfremdenden Haltung vor dem Erſcheinen deſſelben zurücktritt; ſo würde er ſich wahrſcheinlich zu dem Gedanken erhoben haben, an welchem ſich gewiß manches Heſſiſche Herz erlabt, ⸗und mitſagen:„Es iſt gut, daß der Weg zu einem Studienplan einmal betreten worden iſt; es iſt erfreulich, daß wir Heſſen ihn er— öffnet haben.“ Mag immerhin der erſte, ſich von 1838 datirende Ver⸗ ſuch mancher Verbeſſerung bedürfen, mag mancher auch ſelbſt von uns Profeſſoren dieſe Verbeſſerung ſchon jetzt wünſchen! Daß dieſe Ver— beſſerung nicht ausbleiben werde, desfalls mag Herr Geheimer Rath Dr. Schleiermacher nur der Staatsregierung und uns Proofeſſoren vertrauen. Mit Liebe an dem Theil nehmend, was von zwei Vätern des Landes, von dem Miniſterium und der Landesuniverſität in Liebe geſchaffen wurde, würde ein Beitrag zu einer Verbeſſerung auch vom
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