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Beleuchtung der Bemerkungen eines Grofsh. Hess. Arztes Dr. * über die neue Grofsherzogl. Hess. Prüfungsordnung für Mediciner / Dr. Theod. Ludw. Wilh. Bischoff, Professor der Anatomie und Physiologie
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67 An einer Universilät aber, wo die Zahl der Disputationen nicht so leicht üher 12 18 im Jahre je steigen wird, da fallen alle

jene Ursachen des Miſsbrauches leicht und von selbst fort, sobald

die Lehrer sich nur der Sache Etwas zu widmen geneigt sind. Freilich entsteht für diese immer eine, zuweilen lästige Anfor- derung daraus; indessen ist es auch durchaus nicht nöthig, daſs lauler klassische und Neues zu Tage fördernde Dissertationen geschrieben werden.

Es fragt sich aber, welches ist der Zweck der Lieferung einer solchen Dissertation und deren öffentlicher Vertheidigung? und die Beantwortung dieser Frage ist um so wichtiger, da sie zugleich über den Zweck unserer medicinischen B ildungsanstalten überhaupt éntscheidet. Kommt es bei diesen nur daranf an, so genannte practische Aerzte zu bilden, d. h. solche Techniker, die im gegebenen Falle im Stande sind, ein Krankheitsbild, welches die vergangenen Jahrhunderte kennen gelehrt haben, wieder zu erkennen, und gegen dasselbe die Mittel anzuwenden, welche eben diese Jahrhunderte als die zweckmälsigsten kennen lehrten, so stimme ich ganz dafür, daſs für einen solchen Zweck weder die Lieferung einer Dissertation, noch eine Disputalion, noch so manche andere unserer Bildungsmittel und Garantien irgend eine Bedeutung haben. Solche Leute können in der That recht schöne und gute Kenntnisse besitzen; sie können den Bau des menschlichen Körpers genau kennen, sie können sich die von den gröſsten Aerzten und ihren Lehrern ent- worfenen Krankheitsbilder recht gut eingeprägt haben, sie kennen die gegen alle möglichen Krankheiten benutzten und empfoh- lenen Mittel nach ihrer Natur, Bereitung, Zusammensetzung recht genau, sie kennen auch ihre hergebrachte Anwendungs- weise, kurz sind, wie gesagt, practisch recht gebildet, sind aber doch nicht gerade gemacht etwas zu schréiben und noch viel weniger öfkentlich aufzutreten und das Geschriebene zu vertheidigen. Ist also die Bildung solcher Practiker unser einziges Ziel, so stimme ich selbst gegen Disserlalion und Disputation.

sogenannten Präsidenten der Dissertation beigedruckt wurde; d daſs der Makel diesem Veerahren erst seitdem und dadurch aufgedrückt wurde, als man mit Recht den Gebrauch als Mifsbrauch auffafste und als solchen von oben herab auflob und verpönté. Wie unrecht ist es aber, dem Einzelnen einen Mifsgriff sciner Zeit aufzubürden.