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sich auch später Talent und Neigung ihre eigne Bahn brechen werden und mögen.
Ich ſinde nur noch Eins rücksichtlich der Ertheilung der Einzelcensuren zu wünschen, was in dem Reglement bis jetzt fehlt, glücklicher Weise aber bereits factisch von der Facultät ergänzt worden ist. Nach den jelzigen Bestimmungen erfährt nämlich der Candidat die Einzelcensuren seines Examens nicht. Dieses halte ich aber für sehr wünschenswerth. Erstens näm- lich hat es für den Candidaten einen bestimmten Werth, aus diesen Einzelcensuren zu ersehen, in welchen Disciplinen er noch Lücken und Mängel besitzt, und in welchen man ihn besser bewandert befunden. Sodann erfordert die ganze sehr lobens- werthe und treffliche Oeffentlichkeit des Examens, daſs auch in dieser Beziehung kein Dunkel, kein Geheimnils obwaltet. Der Examinand darf und mufs erfahren, wie ihn der einzelne Exa- minator, von dem doch immer zunächst die Censur ausgeht, beurtheilt hat. Und es ist ebenso auch für den Examinator eine sehr wünschenswerthe Garantie gegen falsche Ansicht und Insinuation über seine Hallung bei dem Examen, dals sein Votum officiell bekannt wird. So lange diese Oeffentlichkeit der Abstimmung fehlte, konnte möglicher Weise die Gesammt- censur noch immer einseitig werden, wenn 2. B. es der Fa- cultät an Energie gebricht, die Censur des einzelnen Examina- tors einer nöthigen Correctur zu unterwerfen. Jelzt bei dieser Oeffentlichkeit, wird man um so mehr mit Umsicht und Ge- rechtigkeit verfahren.
lch will diese ganze Erörterung nicht schlieſlsen, ohne noch- mals darauf hinzuweisen, wie wenig es nöthig ist, durch irgend eine directe oder indirecte Zwangsmaalsregel darauf hinzuarbeiten, sich einen Kreis von Zuhörern zu sichern. Den Beweis dafür liefert eigentlich schon die ganze Universilät Heidelberg, insofern die daselbst Studirenden mindestens zu ¼ Auslander sind, welche durch gar keine Zwangsmaalsregeln zu dem Besuche der Vor- jesungen veranlafst werden noch werden können. Ich habe dort neun Jahre lang zu meiner grolsen Befriedigung alle meine
Vorlesungen stets zahlreich besucht gesehen, ohne auch nur auf einen einzigen Zuhörer durch irgend ein Zwangsmittel, Zeugniſs, Examen u. dergl. einwirken zu können. Einen nicht


