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Beleuchtung der Bemerkungen eines Grofsh. Hess. Arztes Dr. * über die neue Grofsherzogl. Hess. Prüfungsordnung für Mediciner / Dr. Theod. Ludw. Wilh. Bischoff, Professor der Anatomie und Physiologie
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muls leider im Leben immer auf das Schlechteste gefafst seyn, die Rechnung auf Redlichkeit, Gewissenhafligkeit, Begeisterung für die Sache führen in der Regel zu lauter Täuschungen, sie wer- den verhöhnt, verläumdet, verdächtigt und darum ist es ein Gewinn und Verdienst, alle Schlechligkeiten zum Voraus zu sehen und zu erkennen. Allein der Hr. Dr. hat Unrecht, von der Oef- fentlichkeit dieser practischen Examen so wenig Garantie zu erwarten. Wenn er erst einmal vor dieser Oeffentlichkeit wird gestanden haben, wird er wahrscheinlich anderen Sinnes wer- den. Er wird bemerken und fühlen, daſs sich das richtige Urtheil über die Leistung des Candidaten da so bestimmt dem Gefühl der Zuhörer kund giebt, daſs er es nicht leicht wa- gen und für möglich halten wird, demselben enigegen zu handeln.

Wir kommen nun:

2) zu der schriftlichen und mündlichen Prü- fung.

Unser Hr. Dr. findet nämlich ferner bei der Einrichtung dieser Prüfung Einwürfe zu erheben, indem er der Anusicht ist, dafs in dieselbe mehrere Gegenstände mit Unrecht aufgenom- men, noch mehrere Andere aber ebenso mit Unrecht übergan- gen oder stiefmütterlich behandelt worden seyen.

Zuerst findet er es unbegründet, dals in der Psychiatrie schriftlich uud mündlich geprüft wird und dieselbe daher mit zwei Theilcensuren bei der Gesammicensur concurrirt. Ich ſinde dieses ebenfalls, glaube auch, daſs eine Prüfung genüge und namentlich die mündliche wegfallen sollle und könnte. Sie wird wahrscheinlich nach der Natur der Sache sehr wenig er- bauliche Resultate geben, obgleich sich unzweifelhaft die Fähig- keiten des Candidaten auch dabei zeigen werden.

Keineswegs aber theile ich diese Ansichl unseres Hrn. Dr. rücksichllich der pathologischen Anatomie, welche auſser- dem auch nur in der mündlichen Prüfung vorkommt. Ich kann es kaum für etwas Anderes als für eine absichtliche Ver- läugnung der wohlbewulsten Geltung der pathologischen Ana- tomie halten, dafs der Hr. Dr. sie der pathologischen Chemie, einer noch ganz unentwickelten, sich kaum irgend wie geltend machenden Disciplin, der medicinischen Physik, Semiotik und

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