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Beleuchtung der Bemerkungen eines Grofsh. Hess. Arztes Dr. * über die neue Grofsherzogl. Hess. Prüfungsordnung für Mediciner / Dr. Theod. Ludw. Wilh. Bischoff, Professor der Anatomie und Physiologie
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für sich, theils für die übrigen. Er willigt auf keinen Fall darin ein, dals auch nur eine der von ihm vorgetragenen und für unentbehrlich, höchst wichtig erachteten Vorlesungen übergangen wird. Jeder seiner Collegen hat natürlich von seinen Fächern mit Recht- dieselbe Vorstellung, keineswegs aber von denen seiner Vorgänger, er hält mehrere derselben für ziemlich über- flüssig; sie sind durch unnöthige Spaltungen hervorgerufen; mit gesundein Menschenverstand und einigem Selbststudium kann man sich das, was sie darbieten und was erforderlich ist, sehr leicht selbst verschaffen; die Hülfsmittel der Literatur sind reichlich und hinreichend vorhanden; vielleicht ersetzt auch eine eigene Vorlesung implicite Alles, was der College in einer besonderen Vorlesung giebt etc. Man kann sich daher nicht über den Studienplan und die Zwangsvorlesungen vereinigen! Gerne möchte vielleicht Einer dem Anderen Concessionen machen, gerne möchte man Alle nur angekündigten Vorlesungen in den Studienplan aufnehmen, aber es geht nicht! Ihre Zahl ist zu grols! Schon ist der Studirende fünf Jahre im gröſsten Uebermalse mit Vorlesungen in Anspruch genommen. Er hat tüglich 6 8 Stunden zu hören; mehr ist es ohnmöglich ihm aufzuladen; und doch, wollte man alle Disciplinen aufnehmen, er mülste 6 8 Jahre studiren! Also dieses Mittel geht nicht; man muſs auswählen, ausscheiden; aber das Princip wonach zu verfahren, der Mann der hier zu entscheiden, den wollen wir suchen! Man kömmt zu keinem Ziel, und wird der Sache von Oben ein Ende gemacht, so klagen Alle doch nur über Verkehrtheit und Ungerechtigkeit der Anordnung.

Im Leben dagegen macht(sich das Alles sehr leicht und pald. Hier steht es so ziemlich fest, welche Disciplinen inte- grirend für einen Mediciner sind; der Studirende wird leicht ausſindig machen, dals sie ihm unentbehrlich; er wird von anderen bald bemerken, dafs sie ihm wenigstens sehr hülfreich und nülzlich sind; er wird endlich von wieder andern zwar wissen, dals er sie allenfalls entbehren könnte, allein eine be- sonders ausgezeichnete Leistung des Lehrers wird ihn doch zu einer ungewöhnlichen Anstrengung veranlassen, er wird Mittel linden das Nothwendige mit dem Nützlichen und Angenehmen in Verbindung zu selzen, was der Zwang nie zu thun im Stande

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