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Beleuchtung der Bemerkungen eines Grofsh. Hess. Arztes Dr. * über die neue Grofsherzogl. Hess. Prüfungsordnung für Mediciner / Dr. Theod. Ludw. Wilh. Bischoff, Professor der Anatomie und Physiologie
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es Verrath ist ihrem künftigen Geschicke blindlings zu über- antworten? O nein! nein! muſste ich mir dann sagen, die sind vollkommen reif für ihre eigene Verantwortung! Auf ihren Kopf die Folgen des Verfehlens! Die wissen was sie thun; Die wissen recht gut, wo sich Raths erholen; Die können Zweck und Mittel recht gut gegen einander abwägen; Die sind vollkommen reif, um zu verstehen was man dereinst von ihnen verlangt und die zweckmälsigsten Mittel zur Erreichung ihrer Absichten zu ergreiken. Darum ist es längst mein Grundsatz geworden, für Jeden mit Rath und That beständig zugänglich zu seyn, auch die Stimme der Warnung bei Gelegenheit zu erheben, allein jeder Zwangsmaalsregel bin ich abhold, schon weil ich sie fur ganz unnöthig halle.

Und betrachten wir die Lebenskreise und Zustände, aus denen die Schüler zu uns auf die Universitäten kommen. Sind diese so unmündig, so hülflos, daſs sie ihre Söhne ganz unent- wickelt und rathlos dem grofsen Schlunde zuführen, in welchen sie sie sich stürzen lassen müssen, ohne zu wissen wie sie und ob sie wieder herauskommen werden? Selbst unsere Bürger und Bauern sind wahrhaftig nicht mehr in dem Zustande, sich unbewulst von Combinationen leiten zu lassen, wo sie ihr In- teresse ganz in fremde Hände geben, und ihnen anvertrauen müssen. Auch sie wissen meistens sehr gut, was sie wollen, und welche Miltel sie ergreifen wollen. Ich glaube durchaus nicht, daſs Eltern, welche ihre Söhne auf die Universität schicken, sich von derselben und den Professoren andere Erwartungen machen, als dals die letzteren die ihnen übergebenen Lehren tüchtig vertreten und gewissenhaft mittheilen, dals sie bereit sind, zu jeder Zeit mit Rath und That ihren Söhnen an die Hand zu gehen, um ihre Studien zweckmäſsig anzuordnen und ihr Ziel nicht zu verfehlen. Sie kennen die öffentlichen Zustände und Möglichkeiten gewils meistens zu gut, als dals sie von der Universität und ihren Lehrern eine Uebernahme der Verantwort- lichkeit für die Erreichung des Studienzweckes ihrer Söhne, aufser den genannten Leistungen erwarteten. Ja, ieh habe sogar die Erfahrung gemacht, und unzweifelhaft viele andere akade- mische Lehrer mit mir, daſs eine solche Sorge für den Sohn ausdrücklich von den Eltern ahgelehnt wurde, entweder weil sie