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Beleuchtung der Bemerkungen eines Grofsh. Hess. Arztes Dr. * über die neue Grofsherzogl. Hess. Prüfungsordnung für Mediciner / Dr. Theod. Ludw. Wilh. Bischoff, Professor der Anatomie und Physiologie
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man nicht verkennen. Die gröſsten Denker und Geister aller Zeiten haben diese Entwicklung und endliche Ausbildung aller Individuen als das Endziel in der Vervollkommnung der Menschheit erkannt, und ohnmöglich kann man von diesem Gesichtspunkte aus, diese Bewegungen der Zeit absolut schlecht und verfehlt nennen. Allein es unterliegt keinem Zweifel, je höher sich das Selbstbewufstseyn des Individuums ausbildet, um so gröſser wird auch für dasselbe die Verantwortlichkeit. Je mehr das Kind gehen lernt, um so ungeduldiger zerrt es an der Hand des Führers, um so hefliger fällt es, wenn es sich ungeduldig los- reifset, aber zuletzt führt dieses Zerren und Losreiſsen doch zum Alleingehen, und dazu reift das Kind heran, das soll es erreichen.

Ist nun in unserer Zeit ganz hesonders ein solcher Fort- schritt in der Entwicklung des Selbstbewulstseyns der Massen zu bemerken, wie können sich damit alle solche Maaſsregeln und deren weitere Ausbildung vertragen, die auf der Ueber- zeugung des Gegentheiles beruhen? Muls nicht die Beaufsich- tigung und Bevormundung der Studien, dieses väterliche Er- ziehungssystem auf den Universitäten schon aus diesem Ge- sichtspunkt zu diesen nicht mehr zeitgemäſsen und darum unnöthigen Maaſsregeln gerechnet werden?

Schon wenn wir das Streben auf unseren Gymnasien mit diesem Streben auf unseren Universitäten zusammenhalten, tritt das Ungeeignete deutlich hervor. Auf den Gymnasien wird Alles gethan, um die Schüler einer höheren Reife und Entwicklung zuzuführen, und dieses Ziel wird in der That im Allgemeinen wirklich erreicht. Wie reimt es sich nun damit, dals je näher die Gymnasien ihrem Ziele kommen, die Universitälen umgekehrt ihre Zöglinge als immer Unmündigere aufnehmen und behandeln wollen?

In der That ist ein Zzweiter Erfahrungssatz, auf welchen ich mich als Motiv des Aufgebens des Studienzwanges berufe, ich zweifle nicht, dals alle erfahrenen älteren academischen Lehrer, welche in nähere persönliche Berührung mit ihren Zuhörern und den Studirenden überhaupt treten, mir darin beistimmen werden, daſs wenn auch noch viele unmündige, kindische und gedankenlose Menschen sich unter denselben be-