10
die Erniedrigung des ärztlichen Standes immer gröſser
und grölser wird, immer lauter und lauter erschallt.
Wir sehen also, man ist seit mehr als einem halben Jahr- hundert consequent in einem Besserungssysteme fortgeschritten, hat denselben Weg mit Ueberzeugung und Hoffnung immer weiter und weiter verfolgt, und immer weiter entfernt man sich von dem Ziele! ISt es da nicht sehr auffallend, dals man den- noch von diesem Mittel immer noch Besserung erwartet, dafs man dasselbe nur noch nicht weit genug ausgebildet zu haben glaubt, dals man selbst in Preuſsen den früher empfohlenen Studienplan in einen befohlenen umzuwandlen vorgeschlagen hat, der den Studirenden auf jedem Schritt und Tritt das Rechte zu ergreifen zwingen soll? Ist es da noch nöthig sich auf das Zergliedern des Einzelnen, die tausend Gründe und Gegengründe, die man von beiden Seiten erhoben hat, einzulassen? Sollte man da nicht endlich von selbst auf den Verdacht gerathen, daſs das gewählte Mittel an und für sich verkehrt ist? Wozu dienen uns denn die groſsen Resultate der Geschichte, wenn sie unseren Blick nicht von den vielen verwirrenden und schwierig zu be- urtheilenden Einzelheiten frei machen? Wer wird ein Mitlel nicht verlassen, das seine Erwartungen immer getäuscht hat? Wer wird nicht, Stats immer neue und neue Corrigentien zuzu- setzen, lieber zu einem anderen Miitel greifen, gesetzt auch daſs er nicht sogleich das ganz Richtige zu finden glücklich genug wäre? Die vorliegende Erfahrung eines halben Jahr- hunderts ist wahrlich lange genug, um die Besorgniſs vor ei- nem vorschnellen Abspringen von einem an und für sich guten, nur noch nicht gehörig allseitig ausgebildeten Mittel zu besei- tigen; und diese Erfahrung ist es, glaube ich, zunächst, welche unsere medicinische Facultät und Hohe Staatsregierung veranlalst hat, das alte, als unzweckmäſsig erprobte Mittel zu verlassen, und ein Anderes zu versuchen, zu dessen Anwendung vielsei- tige Veranlassungen und Aufforderungen wahrlich nicht fehlen.
Nicht minder einleuchtend ist es aber auch zweitens, daſs die Maafsregeln des Studienzwanges unnöthig sind. Mag man auch die Bewegungen unserer Zeit betrachten und beurtheilen wie man will: dals in ihnen ein bestimmter Fortschritt in der Entwicklung des Selbstbewufstseyns der Individuen liegt, kann
man nict Leilen h Individue erkannt, aus, die nennen. Selbslben auch für gehen l Führers reilset, zum M erreich, P schritt zu bem und del zeugung tiggung Liehungs Sich'she unnölhi 80 diesemn das Ung gethan, 2uzufüh wirdlich die Gn ihre 73 wollen In ieh mie ich 2w Lehrer. Tuhöre beislin bündise


