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Beleuchtung der Bemerkungen des Großh. Hess. Geh. Raths Herrn Dr.A.A.E. Schleiermacher über denjenigen Theil des für die Großh. Hess. Landesuniversität zu Gießen festgesetzten Studienplans, welcher die Candidaten des Gymnasiallehramts aus dem philologischen Gesichtspunkte betrifft. / von Dr. Friedrich Osann, Professor der Beredtsamkeit und Director des philologischen Seminars an der Großh. Hess. Landesuniversität zu Gießen
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philologiſchen Falle aber in Vergleich mit andern Berufen um ſo weniger, als gerade die wahre Aufgabe eines Philologen zur Erfaſſung des ganzen antiken Lebens ihn nöthigt, ſich die viel⸗ fachſten Kenntniſſe aus andern wiſſenſchaftlichen Gebieten zu erwerben. Wenn aber dennoch Einſeitigkeit bei Einzelnen ent⸗ ſteht, ſo liegt der Grund nicht in der Iſolirung des Berufs, der als ſolcher keine Einſeitigkeit verträgt, ſondern in der Indi vidualität des Einzelnen, und kann nur als eine mißbräuchliche Abweichung von der Regel angeſehen werden, die dadurch, wie in gleichen andern, ſich überall wiederholenden Fällen, nicht erſchüttert wird. Aberein großer Theil dieſer Glieder behandelt dann nur zu leicht den Jugendunterricht in einer Art, als ſei deſſen Zweck, lauter Philologen zu bilden, legt einen viel zu hohen Werth auf grammatiſche Subtilitäten ꝛc. Dieß iſt aller dings möglich und kommt als Mißbrauch auch wohl wirklich vor, aber durch Schuld des Lehrers, und meiner Erfahrung nach ſelten, und zwar aus dem Grunde, weil der philologiſche Theil des Unterrichts durch ſo viele andere Lehrfächer durchkreuzt und mtt dieſen ſo ſehr im Gleichgewicht gehalten wird, daß an den übergreifenden Einfluß eines einzelnen Lehrgegenſtands in einer wohl organiſirten Lehranſtalt eigentlich gar nicht gedacht werden kann. Sollte dieß aber doch der Fall ſein, ſo wird dieſes gewöhnlich in dem beſonderen Eifer, in der vorzüglichen Begabung eines Lehrers vor den übrigen ſeinen Grund haben, und dieß kann eben ſo gut bei dem Lehrer jeder andern Wiſſenſchaft, wie bei dem Philologen der Fall ſein, zumal da das Prinzip, die Directoren aus den Philologen zu erwählen, nirgends ſtreng gehalten wird, wie dieß unzählige Beiſpiele an Deutſchen Gymnaſien beweiſen, und namentlich von Mathe⸗ matikern gilt, denen die oberſte Leitung von Gymnaſien hier und da anvertraut worden. Loben wir es vielmehr, wenn es einem für ſein Fach begeiſterten Lehrer, ſelbſt wenn es ein Philolog wäre, durch Eifer und Beharrlichkeit gelingt, gleiche Liebe und Luſt zu einer einzelnen Wiſſenſchaft in der Seele des Schülers zu entzünden. Denn die Erfahrung belehrt den, der offene

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