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Erwiederungen auf die Bemerkungen des Herrn Geh. Raths Dr. A.A.E. Schleiermacher über den Studienplan für die Großh. Hess. Landes-Universität zu Gießen / von einigen Professoren derselben
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laſſen, an welcher Symbolik als beſondere Disciplin nicht vor⸗ getragen wird. H. Schleiermacher ſetzt aber auch, um jene Behauptung zu unterſtützen, mit vielen Worten auseinander, daß im Mittelalter, ja ſelbſt in den nächſten Jahrhunderten nach dem⸗ ſelben, eine Symbolik als beſondere Disciplin in der kirchlichen Theologie nicht beſtand. Allein daraus, daß etwas nicht exiſtirt, weil die Bedingungen ſeiner Exiſtenz noch fehlen, folgt doch kei⸗ neswegs, daß es auch dann nicht exiſtiren dürfe, wann dieſe Be⸗ dingungen vorhanden ſind.

Will man aber eine dermaßen irrige Folgerung H. Schleier⸗ macher nicht zutrauen und wer möchte es?: ſo bleibt nur noch die Annahme übrig, daß es ihm an dem Begriffe der Symbolik und den, um über ſie zu ſprechen, unentbehrlichſten Kenntniſſen fehlt. Daß es H. Schleiermacher an dem eben Erwähnten wirklich gebricht, zeigt ſich thatſächlich, wenn Derſelbe als ſymboliſche Schriften der Katholiken die Beſchlüſſe des Trien⸗ ter Concil's, das Tridentiniſche Glaubensbekenntniß und den römi⸗ ſchen Katechismus aufzählt, während die kath. Kirche als einzige ſymboliſche

ift die auf dem genannten Concil ausgeſprochenen

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uralten Dogmen anſieht, wozu noch kömmt, daß H. Schleier⸗ macher beim Tridentinum zwiſchen der doctrina(den decretis ohne Zuſatz) und den canones einerſeits und den decretis de reformatione andererſeits nicht unterſcheidet, dagegen die kath. Kirche ſie zwar als einig auffaßt, ihres Unterſchiedes aber nicht vergißt. Ebenſo wenig kennt H. Schleiermacher den Unter⸗ ſchied zwiſchen dogmatiſcher Gegenſätzlichkeit und der Verſchieden⸗ heit theologiſcher Meinungen. In Folge des bisher Wahrgenom⸗ menen glaube ich mich der Mühe überheben zu können, noch ei⸗ niges, bisweilen mit Gewalt herbeigezogene, Einzelne zu beſpre⸗ chen, welches H. Schleiermacher auch von Nichtkatholiken längſt unter das Triviale gezählten Behauptungen bei Gelegen⸗ heit des gegenwärtigen und der zwei andern Punkte nachſpricht. Kürzer läßt ſich H. Geh. R. Schleiermacher darauf ein, daß im erſten und zweiten Semeſter außer der eigentlichen Exe⸗ geſehebräiſche Sprache, bekanntlich zu unterſcheiden von he⸗