Druckschrift 
Erwiederungen auf die Bemerkungen des Herrn Geh. Raths Dr. A.A.E. Schleiermacher über den Studienplan für die Großh. Hess. Landes-Universität zu Gießen / von einigen Professoren derselben
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen

6

bräiſcher Sprachlehre, noch zum Vortrag komme. Im Würtem bergiſchen werden auf der Univerſität, nachdem die Studierenden der Theologie auf dem Gymnaſium ſchon ſechs Jahre mit der hebräiſchen Sprache ſich befaßt, von dieſen hebräiſche Schriften unter der Leitung des Profeſſors der altteſtamentlichen Exegeſe curſoriſch geleſen, und zwar auf eine Weiſe, daß dadurch ſo⸗ wohl die gewonnene Sprachkenntniß gefördert, als die, nach dem Maaße der vom Gymnaſium mitgebrachten Kenntniſſe der hebräi ſchen Sprache, entweder bereits beginnende oder erſt ſpäter zu hö⸗ rende eigentliche Exegeſe deſto erfolgreicher wird. Ohne Zweifel iſt mit jenem Vortrage dieſes gemeint.

Am kürzeſten ſpricht ſich der H. Critiker darüber aus, daß Kirchengeſchichte, mit Ausſchluß der, wie der Studienplan zeigt, als beſondere Disciplinen zum Vortrag kommenden Patrologie, Archäologie, Dogmengeſchichte, des Symboliſchen, in zwei Se⸗ meſtern gelehrt wird. Derſelbe hält dieſe Zeit für unzureichend. Es iſt nun aber einmal die Zeit für das theologiſche Studium, mit Einſchluß von einigem philoſophiſchen, auf drei Jahre feſt⸗ geſtellt, wogegen H. Schleiermacher nichts einwendet. Die kath. Kirche betrachtet als das Hauptfach der Theologie die Dog⸗ matik, für deren Vortrag(mit Ausſchluß der Apologetik) hier zwei Semeſter beſtimmt ſind, während die exegetiſchen Studien wegen ihres allgemeinen und auf alle theologiſchen Gebiete ſich ausdehnenden Inhalts auf die ganze Studienzeit ſich erſtrecken. Würde nun zu der Dogmatik eine längere Zeit verwendet, ſo müßte der relativen Gleichmäßigkeit wegen auch für die übrigen Fächer mehr Zeit in Anſpruch genommen werden. Dabei ließe ſich aber das Studium der Theologie innerhalb des gedachten Zeitraums nicht mehr vollenden. Der dreijährige Curſus dafür läßt ſich aber aus, auf Thatſachen beruhenden, Gründen im Augenblick nicht erweitern, ſo erwünſcht es mir perſönlich auch wäre. Muß nun die Dogmatik als Hauptfach innerhalb Eines Jahres gelehrt werden und entſprechend jedes andere Fach, war⸗ um ſollte gerade bei der Kirchengeſchichte eine Ausnahme gemacht werden, während die oben angegebenen ſonſt in ſie fallenden Dis⸗

eiplin nicht

an, i in ein dern