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Ueber die Bemerkungen des Herrn Geh. Raths Schleiermacher in Bezug auf den Studienplan für die k. theol. Facultät.
Der Unterzeichnete bemerkt vorläufig in Betreff der Unbefangen⸗ heit ſeiner nachſtehenden Aeußerung über die oben genannte Cri⸗ tik, daß er an der gedachten Facultät angeſtellt wurde, nachdem dieſe ſchon längſt der höchſten Stelle den Entwurf zu dem be⸗ zeichneten Studienplane eingereicht hatte.
Die bemeldete Kritik wendet ſich vornehmlich gegen die drei Punkte, daß für die an der k. theol. Facultät Studierenden im erſten und zweiten Semeſter noch„hebräiſche Sprache“ außer der eigentlichen Exegeſe zum Vortrag kommen ſolle, für den Vortrag der Kirchengeſchichte nur Ein Jahr beſtimmt ſei, und unter den zu hörenden und der Facultätsprüfung unterliegenden Vorleſun⸗ gen auch die Symbolik ſtehe.
Am weitläuftigſten befaßt ſich die Kritik mit dem letzten Punkte. An einer k. theol. Facultät, behauptet ſie, ſolle Sym⸗ bolik nicht als beſondere Disciplin vorgetragen werden, weil dies dem Geiſte wie der Sitte der k. theol. Facultäten widerſpreche. Die Symbolik iſt bekanntlich„die wiſſenſchaft⸗ liche Darſtellung der dogmatiſchen Gegenſätze der verſchiedenen, durch die kirchlichen Revolutionen des ſechszehnten Jahrhunderts neben einander geſtellten, chriſtlichen Religionspartheien aus ihren öffentlichen Bekenntnißſchriften“(Siehe Möhler's Symb. S. 1).
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