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Erwiederung auf die Bemerkungen des Herrn Geh.-Raths Dr. A. A. E. Schleiermacher über den Studienplan für die Großh.-Hessische Landesuniversität zu Gießen / von Dr. J.T.B.v. Linde, Großh. Hess. Geh. Staatsrath im Ministerium des Innern und der Justiz, Kanzler der Universität zu Gießen, und Director des Oberstudienraths.
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etwa bloß, oder auch nur vorzugsweiſe auf ſpeculative Vorträge, iſt er nicht vielmehr ganz eigentlich für die poſitiven Wiſſenſchaften entworfen, und zwar in dem Grade, daß der Herr Verfaſſer ſelbſt meint, er enthalte zuviele poſitive Collegien? Wie ſehr aber der eigent⸗ liche und wahre Zweck des philoſophiſchen Studiums von dem Herrn Verfaſſer unbeachtet gelaſſen, von ſeiner ide ellen Bedeutung, welche wir bereits hervorgehoben haben, gänzlich abgeſehen, und daſſelbe lediglich unter dem Stand⸗ puncte der Nutzlichkeit und Anwendbarkeit aufgefaßt und gewuͤrdigt wird, geht aus den Bemerkungen S. 19 ff. über das Verhältniß der Philoſophie zur Theologie hervor. Sehen wir davon ab, daß der Herr Verfaſſer die Wahr⸗

heit der hier obwaltenden Beziehung weder geſchichtlich

noch ſachlich berückſichtigt hat, ſo möchten wir nur die einzige Frage an ihn richten, ob, wenn denn die Philo⸗ ſophie in ſo verſchiedene Bezüge und mißliche Berührungen mit der Theologie tritt, wie er ſelbſt angiebt, ob es nicht viel gerathener ſey, der Theologe mache ſich mit ihren Ideen, Tendenzen und Waffen etwas näher bekannt, um nöthigenfalls gegen ihre Zumuthungen eine angemeſſene Faſſung zu behaupten, als ſich gegen ſie ignorirend zu verhalten und damit früher oder ſpäter genöthigt zu ſeyn, mit ihr einen ungleichen Kampf zu beſtehen? Sicher möchte gerade in der Gegenwart, wo der Geiſt der Philoſophie in Deutſchland ſich des ganzen wiſſenſchaft lichen Bewußtſeins mehr oder weniger bemächtigt hat und zwar nicht ohne bedeutenden Vortheil für den lebendig

freien Fortſchritt der poſitiven Wiſſenſchaften ſelbſt, die

Beruckſichtigung des philoſophiſchen Studiums mehr wie jemals eine Forderung ſeyn, der eine umſichtige Leitung der Studien ſich nicht entziehen darf. Wir müſſen die Erfahrung anerkennen, daß die ausgezeichnetſten Männer, denen die beſonderen Wiſſenſchaften in ihrer Förderung das Wichtigſte verdanken, vorzüglich mit Hülfe eines phi⸗

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