Druckschrift 
Erwiederung auf die Bemerkungen des Herrn Geh.-Raths Dr. A. A. E. Schleiermacher über den Studienplan für die Großh.-Hessische Landesuniversität zu Gießen / von Dr. J.T.B.v. Linde, Großh. Hess. Geh. Staatsrath im Ministerium des Innern und der Justiz, Kanzler der Universität zu Gießen, und Director des Oberstudienraths.
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen

33

ltät, weſen begunſtigen; bedauernswürdig, aber freilich auch den von Staatswegen zu beſchränken in ihrem, der Wiſſen⸗ rien⸗ ſchaft nicht weniger als dem Staatswohl verderblichen ren, Einfluſſe, ſind diejenigen, welche aus Factionsvorurtheil, durch aus Haß gegen die der philoſophiſchen Fakultät zugetheilten eord Fächer, aus wiſſenſchaftlichem und unverzeihliche Igno eine ranz verrathenden Uebermuthe, welcher alles fuͤr entbehrlich Lſität hält, was vermeintlich nicht unmittelbar zur Sache gehört, igkeit und Allen Alles ſeyn zu können wähnt, der unſinnigſten und Verkehrtheit Vorſchub thun. Man ſtellt z. B. die Ge⸗ gent⸗ ſchichte als entbehrlich dar, weil ja dem jungen nur eilen nach Routine und Brod ſtrebenden Theologen in der Kir⸗ auf chenhiſtorie, dem Juriſten in der Rechtsgeſchichte, dem vaͤre Mediciner in den Einleitungen zu den einzelnen Disciplinen en, das Nöthige davon beigebracht werde; man würdigt mit den, ſtolzer Miene, welche eigene Unwiſſenheit verbirgt, die nbe Sprachkunde herab, als etwas, das nur für Schulen

tauge, aber dem academiſchen Jünglinge, deſſen Geiſt mit es den Fakultätswiſſenſchaften genährt werden müſſe, nicht der mehr behage. So in den übrigen zur philoſophiſchen Fa⸗ kultät gehörigen Fächern. Was Wunder, wenn dadurch

aus Unwiſſenheit und Stümperei überall um ſich greift! nken Den ſ. g. Zwangscollegien über Philoſophie im en⸗ ren geren Sinne ſcheint der Herr Verfaſſer nicht ſo entgegen

zu ſeyn, als denen über reine Mathematik und Geſchichte; allein genau beſehen, möchte er ſie doch gleichfalls entfernt haben. Die Vorliebe für die realiſtiſche Poſitivität und die Anſicht, welche er von der eigentlichen Bedeutung jener Vorleſungen hegt, die wir bereits oben bezeichnet haben, läßt ihn auch hier polemiſch gegen die höchſte Maß regel erſcheinen.Wir können nicht läugnen, ſagt er S. 21 ſeiner Schrift, daß wir auf Univerſitäten die Kultur poſi⸗ tiver Unterrichtsgegenſtände für weit erſprießlicher halten, als die der ſpeculativen. Gewiß wird hierin jeder mit ihm übereinſtimmen; allein geht denn unſer Studienplan

o. Linde, Erw. auf die Bemerk. Schleierm. 3