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Erwiederung auf die Bemerkungen des Herrn Geh.-Raths Dr. A. A. E. Schleiermacher über den Studienplan für die Großh.-Hessische Landesuniversität zu Gießen / von Dr. J.T.B.v. Linde, Großh. Hess. Geh. Staatsrath im Ministerium des Innern und der Justiz, Kanzler der Universität zu Gießen, und Director des Oberstudienraths.
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ſichert der mündliche Unterricht, dieß iſt ſein größter Gewinn, gegen Einſeitigkeit der Vorſtellungsweiſe und Denkart und gegen das blinde Vertrauen auf einen Füh⸗ rer, gegen das ſclaviſche Bilden nach einem Muſter, welches der Autodidakt nicht wohl vermeiden kann. Auch die rauhe und ſteifſinnige Originalität, ſo wie der über⸗ muthige Dunkel und die Beſchränktheit des Geſichtspunkts, aus welchem einzelne Theile des menſchlichen Wiſſens angeſehen werden, ſind warnende Erfahrungen, welche an den Autodidakten häufig gemacht werden. Zweck⸗ mäßige Beſchaffenheit des mündlichen Unterrichts und gehörige Folge der Vorleſungen bewahrt am ſicherſten vor ſeichter Oberflächlichkeit und unſtetem Herumflattern von einem Gegenſtande zum andern, erhält den Blick freier, die Erkenntniß gehaltreicher und vollſtändiger, und die literariſche Selbſtthätigkeit geregelter und frucht⸗ barer.

Schließlich(S. 75) äußert ſich der Herr Verf. noch in folgenden Worten:Wir vertheidigen eine gewiſſe Freiheit im Studiren, die nicht an zu ſtrenge Normen gebunden iſt. Der Studienplan ſucht ſich zwar den An ſchein zu geben, daß er gleichfalls eine ſolche Freiheit beguͤnſtige, nur Rath ertheilen wolle; aber er ſpricht ſich hiergegen in einzelnen Studienplanen wieder viel zu be⸗ ſtimmt aus, und würde, hätte er es wirklich ſo mit der Studienfreiheit gemeint, wohl fuͤglich das ganze Gebaͤude ſeiner vier Abtheilungen haben entbehren können. In der That ſagt dieſe Phraſe eigentlich weiter nichts, als daß der ganze Plan, überhaupt ein jeder Studienplan eigentlich unnütz ſey. Der Verf. hätte dieſes offener und kürzer ausſprechen können, freilich wuͤrde er dann auch mit ſich ſelbſt in offeneren Widerſpruch gerathen ſeyn, indem er, wie wir gleich Eingangs gehört haben, einen ſolchen Plan an und fur ſich als ein fühlbares Bedürfniß anerkannt; und wir haben ſonach auch gute

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