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Erwiederung auf die Bemerkungen des Herrn Geh.-Raths Dr. A. A. E. Schleiermacher über den Studienplan für die Großh.-Hessische Landesuniversität zu Gießen / von Dr. J.T.B.v. Linde, Großh. Hess. Geh. Staatsrath im Ministerium des Innern und der Justiz, Kanzler der Universität zu Gießen, und Director des Oberstudienraths.
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Eine für dieſe Arbeit angeordnete Commiſſion be⸗ richtete im Jahre 1807, daß ſie brauchbare Vorſchläge zu machen ſich außer Stand befinde, weil die beabſich⸗ tigte Einrichtung eine ſeither auf katholiſchen Univerſi⸗ täten beſtandene ſey, welche für die proteſtantiſchen Uni⸗ verſitäten bei deren freierer Verfaſſung nicht paſſe, und die Erfahrung nicht gelehrt habe, daß die höhere Cultur Deutſchlands mehr durch die katholiſchen Univerſitäten, als durch die proteſtantiſchen befördert worden ſey, und ſelbſt die katholiſchen weltlichen Regierungen in dieſem Punkte nicht die katholiſchen ſondern die proteſtantiſchen Academieen ſich zum Vorbilde bei ihren Organiſationen genommen, wie die neueſten Beiſpiele von Landshut und Würzburg bezeugen. Zugeſtanden wurde, daß Mangel an gründlichen Vorkenntniſſen in den neueren Zeiten ein großes Hinderniß für ein ſolides Studium der Haupt⸗ wiſſenſchaften ſey, man glaubte aber daß der Grund in Mängeln der Gymnaſten, in welchen claſſiſche Literatur und Geſchmacksbildung nicht immer mit der gehörigen Sorgfalt betrieben werde, gelegen ſey; als ganz beſon⸗ derer Grund aber, weßhalb vor der Hand kein Stu⸗ dienplan publicirt werden möchte, wurde angefuhrt, daß die Organiſation der Univerſſität den Zeitverhältniſſen nicht angepaßt ſey, und ein Studienplan, der mit den damaligen Lehrkräften in einem richtigen Verhältniſſe