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Bemerkungen über den Studienplan für die Grossherzoglich Hessische Landesuniversität zu Giessen / von Dr. A.A.E. Schleiermacher, Großh. Hess. Geh. Rath.
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die Gymnaſiallehrer im zweiten und vierten Semeſter hören ſollen, wird die für andere Fächer in einem Semeſter vorgeſchriebene Analyſis erſetzt; die Feldmeßkunſt bei den erſten ſoll wohl daſſelbe bedeuten was die Geodäſie bei den letzten, und nicht bloß die niedere, vorzugsweiſe mit dem Namen Feldmeßkunſt bezeichnete Wiſſenſchaft. Aber damit ſind einzelne Lücken und Unordnungen in der Reihen⸗ folge noch nicht beſeitigt. Nur die künftigen Gymnaſial⸗ lehrer hören Trigonometrie, die füur alle übrigen, obgleich ſie Geodäſie treiben ſollen, wegfällt. Wäre aber vor⸗ ausgeſetzt, daß ſie in dem allgemeinen Curſus der reinen Mathematik genuͤgend behandelt würde, ſo müßte dieß auch fur die Gymnaſiallehrer gelten. Die das Baufach Stu⸗ direnden hören Geodäſie im zweiten Semeſter, analytiſche Geometrie im dritten, was für die übrigen Fächer und zwar mit allem Recht umgekehrt geſetzt wird. Hiernach müſſen wohl bei der allgemeinen Redaction der von ver⸗ ſchiedenen Behörden oder Perſonen ausgegangenen Vor⸗ ſchläge Verſehen in der Zuſammenſtellung vorgegangen ſeyn, wovon wir noch weitere und auffallendere Spuren finden werden.

Zum Schluſſe ihres dreijährigen Curſus ſoll für die Gymnaſtallehrer aus dem mathematiſchen Geſichtspunkte auch ein Vortrag über die Geſchichte der Mathematik ge⸗ halten werden. Hier hätten wir ſehr eine genauere Be⸗ ſtimmung deſſen gewuüͤnſcht, worauf ſich dieſe Vorleſung erſtrecken ſoll, ob damit alle mathematiſche Wiſſenſchaften mit Einſchluß der Aſtronomie und der mathematiſchen Geographie gemeint ſind; ob es Literärgeſchichte ſeyn ſoll, ob Geſchichte der Fortſchritte in jenen Wiſſenſchaften ſelbſt, wobei gezeigt werden muß, wie die einzelnen mathemati⸗ ſchen, aſtronomiſchen Lehren nach und nach zu ihrer jetzigen Geſtalt gelangt ſind; oder aber ob beide Beziehungen ge⸗ meinſchaftlich berückſichtigt werden ſollen. Wie man auch dieſe Fragen beantworten mag, immer halten wir die