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Geschichte der katholisch-theologischen Facultät zu Gießen : eine allen Theologen Deutschlands gewidmete Denkschrift / von Anton Lutterbeck, Doctor der Philosophie und der kath. Theologie, öffentl. ord. Professor der class. Philologie an der Universität zu Gießen
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ſollte den Studierenden überlaſſen bleiben. Damit ſtand genau in Zuſammenhang ein anderer Antrag der Facultät vom 14. December 1848, die Vermehrung der Unterrichtsmittel betreffend, worin ſie, unter Bezugnahme auf die gleiche Einrichtung bei allen übrigen katholiſch⸗theologiſchen Facultäten Deutſchlands, die An⸗ ſtellung auch noch eines katholiſchen Profeſſors der Philoſophie für ſehr wünſchenswerth erklärte und hierfür den Prof. Dr. Schmid vorſchlug, der ſchon ſeit 1842 einzelne Vorleſungen über ſpeculative Philoſophie gehalten hatte und nun ſich bereit erklärte, die erwähnten philoſophiſchen Vorleſungen regelmäßig zu überneh⸗ men. Beide Anträge der Facultät ſind zwar nicht mehr zur Ausführung gekommen, beweiſen aber, da ihrer Ausführung nichts Beſonderes im Wege ſtand, wie leicht ſcheinbare oder auch wirkliche Uebelſtände ſich hätten beſeitigen laſſen, ohne daß darum ein Um⸗ ſturz der ganzen Facultät nothwendig geweſen wäre. Zugleich mag hierbei ſchließlich auch noch der Entwurf eines neuen Studien⸗ planes vom 21. Februar 1849 erwähnt werden(ſ. Anlage Nr. 1), der gleichfalls nicht mehr zur Ausführung gekommen iſt.

4) Die drei Anfälle im Herbſt 1848.

Der erſte dieſer Unfälle war die, der Herzogl. Naſſauiſchen Regierung durch den Beſchluß ihres Landtags wider Willen auf⸗ gedrungene, Kündigung des von ihr und der Gr. Heſſ. Regierung 1838 geſchloſſenen Vertrages am 11. September 1848, wodurch Gießen aufhörte, Landesuniverſität für die Naſſauer kath. Theo⸗ logen zu ſein. Vielleicht wäre dieſer Unfall wohl noch zu ver⸗ ſchmerzen geweſen. Denn einmal hatte die Facultät doch auch ſehr viele Unannehmlichkeiten von dem Vertrage gehabt, nament⸗ lich wegen der feindlichen Stellung, welche das Limburger Ordi⸗ nariat ſeit 1842 gegen ſie eingenommen hatte. Sodann hatte ſich bei den naſſauiſchen Theologen durch die längere Gewohnheit bereits ein Zug nach Gießen gebildet, der immer mehr an Be⸗ ſtändigkeit gewann und jedenfalls von der naſſauiſchen Regierung nicht gehemmt worden wäre. Und endlich, was noch das Wich⸗ tigſte war, gerade dadurch, daß die erwähnten feindſeligen Beſtre⸗

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