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Geschichte der katholisch-theologischen Facultät zu Gießen : eine allen Theologen Deutschlands gewidmete Denkschrift / von Anton Lutterbeck, Doctor der Philosophie und der kath. Theologie, öffentl. ord. Professor der class. Philologie an der Universität zu Gießen
Entstehung
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III
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Vorwort.

Indem der Verfaſſer nach übernommener neuer Lebensſtellung und wie zum Abſchied von der Theologie, der ſeine frühere Thätigkeit gewidmet war, dieſe Denkſchrift veröffentlicht, glaubt er nicht erſt ſagen zu müſſen, daß es ihm bei Entwerfung der⸗ ſelben nur in untergeordnetem Maaße darum zu thun geweſen iſt, einer ihm allerdings perſönlich theuer gewordenen, nun aber für immer dahin geſchwundenen Anſtalt ein ſchriftliches Denkmal zu ſetzen. Vielmehr war es ſeine Hauptabſicht, an einem Bei⸗ ſpiele, welches er ſelbſt erlebt und aus nächſter Nähe mit ange⸗ ſehen hatte, die gegenwärtige mehr als bedenkliche Lage der katholiſchen Theologie in Deutſchland zu ſchildern. Daß dabei Denen, welche an der Gießener Facultät, als ſie eben im Aufblühen begriffen war, ſich mit ſo großem Eifer den Ruhm eines Heroſtrat verdient haben, dieſer ihr Ruhm nicht geſchmälert werden durfte, ſondern hier nichts noththat, als die ungeſchminkte Wahrheit, verſteht ſich von ſelbſt. Sie werden jetzt, wie wir hoffen, dieſen Ruhm für immer haben. Nichtsdeſtoweniger iſt Man⸗ ches von uns nur ſehr ungern geſagt worden. Dahin gehört vor Allem Solches, was ſich von ſelbſt verſteht und worüber alſo unter Vernünftigen keine Rede zu ſein braucht. In Zeit⸗ fragen z. B. iſt ebenſowenig, als irgendwo ſonſt, 20= 12 oder 19= 16; und Jeder, der in ſolcher Rechnung ein X für ein U ſetzt, iſt, wenn er deren Ergebniß auf die Geſellſchaft überträgt, nicht conſervativ, ſondern deſtructiv. Dies aber noch erſt um⸗