IV
ſtändlich an einer species facti beweiſen zu müſſen, iſt auf alle Fälle ein ſehr undankbares Geſchäft, und man wird uns daher wohl glauben, wenn wir verſichern, uns demſelben nur mit großem Widerwillen unterzogen zu haben, weil es mal nicht zu umgehen war. Auch noch Enthüllungen anderer Art hätten wir ſehr ge⸗ wünſcht uns erſparen zu können. Indeſſen hat es der falſchen Märtyreracten ſchon zu viele gegeben, als daß der Welt mit einer neuen gerade ſehr gedient wäre. Darum haben wir es uns denn auch nicht dürfen verdrießen laſſen, die hier vorliegende endlich zu zerreißen. Um nun aber zu dem Ziele zu kommen, das wir durch die vorliegende Erzählung zu erreichen vor⸗ hatten— wenn ſolcher Art die Gegner ſind, mit denen aller Orten in Deutſchland die katholiſchen Theologen vornehmlich zu kämpfen haben, und wenn ſolcher Art die Kämpfe ſind, die ihre beſten Kräfte in Anſpruch nehmen und verzehren: was ſoll dann bei dieſem Zuſtand der Dinge aus der katholiſchen Theolo⸗ gie ſelbſt werden, wie iſt ihrem völligen Untergange als Wiſ⸗ ſenſchaft, die dieſen ihren Namen noch verdient, vorzubeugen, und auf welchem Wege und durch welche Mittel läßt ſich eine Verbeſſerung ihrer Lage und ihrer Leiſtungen wieder herbei⸗ führen?— Dieſe Frage iſt es, die wir mit gegenwärtiger Denk⸗ ſchrift der ganzen gebildeten und insbeſondere der theologiſchen Welt in Deutſchland vorlegen oder vielmehr an's Herz legen wollten. Sie auch iſt es, die uns nicht erlaubt hat zu ſchweigen, wo die natürliche Klugheit rieth, lieber im Stillen zu dulden, was wir haben erdulden müſſen. Deß möge Gott walten!
Gießen am 14. Auguſt 1860.
Der Verfaſſer.


