In der heutigen Sitzung des akademiſchen Senats wurden die anweſenden Profeſſoren der katholiſch⸗theologiſchen Facultät: Locherer, Müller und Staudenmaier, von Sr. Magni⸗ ficenz dem Herrn Rector Prof. Dr. Adrian eingeladen hervor zutreten und ſich von Sr. Magnificenz dem Univerſitäts⸗Kanzler Freiherrn Dr. v. Arens verpflichten zu laſſen. Dieſer machte ihnen die bei der Eidesabnahme hergebrachten Formen bekannt und ließ ſie den dreifachen Eid, nämlich den Verfaſſungs⸗, Hul⸗ digungs⸗ und Dienſteid in der vorgeſchriebenen Form ableiſten. Nach geſchehener Verpflichtung machte Se. Magnificenz der Herr Rector dem akademiſchen Senate kund, daß die wichtigſten Gründe Se. Königliche Hoheit, Unſern allergnädigſten Großherzog, be⸗ wogen hätten, auf hieſiger Univerſität eine katholiſch⸗theologiſche Facultät zu ſtiften, und daß Allerhöchſtdieſelben eine auf dieſe Stif⸗ tung bezügliche Urkunde abzufaſſen befohlen hätten, deren Vorleſung vor dem verſammelten akademiſchen Senat höchſten Orts angeordnet worden. Se. Magnificenz der Herr Rector las darauf die Stiftungs⸗ urkunde der katholiſch⸗theologiſchen Facultät vor. Nach geſchehener Vorleſung wendete derſelbe ſich an die Mitglieder der neu er⸗ richteten Facultät und bezeigte ihnen, Namens des verſammelten akademiſchen Senats, deſſen lebhafte Freude, daß Se. Königliche Hoheit, Unſer allergnädigſter Großherzog, geruht hätten, mit den bisher beſtehenden vier Facultäten die von Ihnen gebildete katholiſch⸗theologiſche Facultät zu verbinden, um für die dem ka⸗ tholiſchen Prieſterſtande ſich widmenden Jünglinge eine vielſeitige wiſſenſchaftliche und gelehrte Bildung zu erzielen und den Glanz und die Frequenz Allerhöchſt Ihrer Ludoviciana zu erhöhen. Indem er den neuen Mitgliedern des akademiſchen Senats ihre Sitze in demſelben zur Linken des Tiſches zwiſchen der evangeliſch⸗ theologiſchen und der philoſophiſchen Facultät anweiſe und beſorgt ſein werde, dem Decan der neuerrichteten Facultät das Facultäts⸗ Siegel und die Ciſta demnächſt einhändigen zu laſſen, ſpreche er die Hoffnung und den Wunſch aus, daß die Mitglieder der katho⸗ liſch-theologiſchen Facultät es ſich würden angelegen ſein laſſen, das freundſchaftliche collegialiſche Verhältniß, welches ſtets eine
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