25
Miniſterium des Innern und der Juſtiz zu Darmſtadt thätige ſpätere Univerſitätskanzler v. Linde einer der Haupturheber und kräftigſten Förderer der Facultät, weßhalb ſchon hier Beider mit beſonderem Ruhme gedacht werden muß.
Die Stiftungsurkunde der Facultät.
Die ſchon am 3. Juni 1830 der Landesuniverſität vom Gr. Miniſterium des Innern und der Juſtiz angekündigte Stiftungs⸗ urkunde ward ihr unter dem 6. Juli 1830 wirklich überſandt und dann im akademiſchen Archiv niedergelegt. Ihr Wortlaut war folgender:
Ludwig II.
von Gottes Gnaden Großherzog von Heſſen und bei Rhein ꝛc. ꝛc.
Nach der Verordnung über die Ausübung des oberhoheit⸗ lichen Schutz⸗ und Aufſichtsrechtes über die katholiſche Landes⸗ kirche vom 30. Januar 1830 haben Unſeres Hochſeligen Herrn Vaters Königliche Hoheit Ludwig I., Großherzog von Heſſen und bei Rhein, aus landesväterlicher Fürſorge, zum Beſten der katholiſchen Unterthanen, den Entſchluß erklärt, für die zweck mäßige Bildung der Candidaten des katholiſchen geiſtlichen Stan⸗ des dadurch ſorgen zu wollen, daß dieſelben auf einer, mit einer Univerſität vereinigten katholiſchen Lehranſtalt ihre theologiſchen Studien zu vollenden in den Stand geſetzt werden.— In glei⸗ cher Abſicht ſtifften und gründen Wir nunmehr durch gegenwär⸗ tige Urkunde zur Bildung der Candidaten des katholiſch⸗geiſtlichen Standes eine katholiſch⸗theologiſche Lehranſtalt, welche als Facultät mit Unſerer Landes-Univerſität vereinigt ſein ſoll, und hegen die Hoffnung und den Wunſch, daß dieſe katholiſch⸗theologiſche Fa⸗ cultät zur Ehre Gottes, zur Wohlfahrt der katholiſchen Landes kirche und zum Beſten Unſerer Landes⸗Univerſität gedeihen möge, und daß durch ſolche wahre Frömmigkeit, ächt chriſtlicher Sinn, gründliche Wiſſenſchaft und gute Sitte der zum katholiſch⸗geiſt⸗ lichen Stande ſich ausbildenden Jugend angeregt, befördert und allgemein verbreitet werde.


