12
zweifelhafte Lob eines strenuus disputator verdient, welcher den einmahl aufgeſtellten Streitpunct mit eiſerner Hartnäckigkeit ſeſthält, ohne ſich durch die Kreuz- und Querſprünge des Gegners ver⸗ locken zu laſſen. Hätte er ſich doch bei den ſynkretiſtiſchen Streitigkeiten grade ebenſo gegeben!
Daß die Facultät unter ſeiner Führung an dieſen Händeln nicht unbetheiligt geblieben ſein werde, läßt ſich erwarten. Doch tritt dieſe Theilnahme nicht ſehr bedeutend hervor und verſchwindet faſt ganz neben der Alles verdunkelnden Betriebſamkeit der Wittenberger Theologen. Haberkorn ſelbſt ſchrieb im Namen der Facultät ſeinen Anti-Syncretismus, der ihn in einem ſehr unliebens⸗ würdigen Lichte zeigt. Denn in der Vorrede zeigt er,„es ſey der Syncretismus quoad originem ex instinctu et invitatione Diaboli erregt worden, deßen principium der Teufel ſelbſt ſey und habe ſein inventum dargereicht idololatris in deserto, Baalitis, Samaritanis, Pseudoapostolis pharisaizantibus“, und weiter hin im Buche ſelbſt ſagt er:„wie zwiſchen Christo und Belial, Licht und Finſternus, Weiß und Schwartz, Warheit und Lügen kein 00 ονα, Fried und Ein⸗ trächtigkeit ſey, ſo were auch kein geiſtlicher Friede, Einigkeit und a0rxεαε εεια zwiſchen Lutheri⸗ ſcher und Calviniſcher Lehr“; dieſe ſei„horribilis amtstia, infidelitas, idololatria abomina- bilis et scortatio spiritualis“, weil in ihr„nicht dem wahren Gotte, ſondern eigner Vernunfft, ja dem Teuffel als einem Abgott gedienet werde.“ Nach ſolchen Leiſtungen war freilich der lessus von Kalow ganz an ſeiner Stelle! Gleichwohl wurde in den Jahren 1669—71, als der con- sensus repetitus gedruckt und in Folge deſſen der Streit zwiſchen dem jüngern Calixt und dem Wittenberger Agidius Strauch in den empörendſten Formen wieder erneuert worden war, von Seiten des Landgrafen Ludwig VI. und des Herzogs Ernſt von Sachſen⸗Gotha mit unſerer Facultät ſehr lebhaft über die Beilegung der ſynkretiſtiſchen Streitigkeit berathen und verhandelt; ein Beweis, daß ſie immer noch Achtung und Vertrauen in hohem Grade genoß, wie ſie denn auch ſpäterhin in den Jahren 1678. 79, als die Wittenberger Theologen Kalow und Johann Meisner über chriſtologiſche Fragen in Mißhelligkeiten mit einander gerathen waren, ſowohl von der Wittenberger Facultät wie vom Sächſiſchen Oberconſiſtorium, wie auch von Meisner ſelbſt um ihr Reſponſum angegangen wurde.
Haberkorn ſtarb 1676. Neben ihm wirkten in der Facultät außer Balthaſar Mentzer II., der aber noch in dem Jahre ſeiner Anſtellung(1657) von Landgraf Georg II. als Hofprediger nach Darmſtadt berufen wurde, Johann Nicolaus Misler 1652—83, ſeit 1658 der Kirchen⸗ hiſtoriker Michael Siricius aus Lübeck, der jedoch 1670 einem Rufe des Herzogs Adolph von Mecklenburg als Hoſprediger nach Güſtrow folgte, worauf Philipp Ludwig Hanneken, der Sohn Meno Hanneken's in ſeine Stelle einrückte. Ein Jahr vor Haberkorn's Tode trat der philoſophiſch gebildete Kilian Rudrauff ein(1675— 90), ſowie im Jahre 1681 der Pommer David Chriſtiani, der früher ſchon einmahl als Profeſſor der Mathematik und außer⸗ ordentlicher Profeſſor der Theologie der Univerſität angehört hatte. Bemerkenswerth iſt, daß Letz⸗ terer im Jahre 1686 der Facultät den Zorn des großen Kurfürſten Friedrich Wilhelm von Brandenburg zuzog. Er hatte in einer Doctoralabhandlung de syncretismo profligato die
Lud zwar widr time ſchull teten ſchrif nicht die
Rich deſſe Frel aber
einen anzur


