Decani maxime spectabiles!
Professores et Doctores omnium ordinum summe reverendi, consultissimi, experientissimi, amplissimi!
Commilitones humanissimi! Hospites illustres, splendidissimi, honoratissimi!
Zuerſt, hochverehrte Anweſende! erheben wir unſere Gedanken zu dem, der die Geſchicke der Völker beſtimmt, indem er ihnen Fürſten giebt nach ſeinem Rath. Unſern erſten und beſten Dank bringen wir auch heute Gott dem Herrn dar, welcher uns unſern Allerdurchlauchtigſten Großherzog, den Fürſten des Landes und den erhabenen Schutz⸗ und Schirmherrn unſerer Hochſchule, an dieſem Tage gleichſam aufs Neue ſchenkt mit der Hoffnung, daß wir uns der Segnungen Seines Scepters noch lange erfreuen dürfen. Er, der Gott der Gnade und der Treue, wolle die Tage ſeines Geſalbten auf Erden mehren, ihm allezeit Hilfe ſenden aus ſeinem Heiligthume und ihn ſegnen für und für!— Dank bringen wir aber auch Ihm, deſſen Tag wir heute feſtlich begehen, Dank für das herzliche und gnädige Wohlwollen, welches er von jeher für unſere Anſtalt bewahrt und zumahl in dieſem Jahre bewieſen hat, indem er Angehörige Seines hohen Hauſes, die Seinem Herzen nahe ſtehen, ihr zugeſendet hat, um ſie mit einem lange entbehrten Glanze aufs Neue zu ſchmücken. Wie wir um Seinetwillen den heutigen Tag Jahr um Jahr zu einem Tage der Freude machen: ſo möge Sein Andenken auch bei denen geſegnet ſein, die nach uns in dieſen Räumen als Prieſter, als Diener und als Jünger der Wiſſenſchaft ſtehen werden; möge auch bei ihnen grünen und blühen, wachſen und gedeihen, was Er gründet und pflanzt, was Er hegt und pflegt.— Weil es uns aber nicht bloß ein gewohnheitsmäßiges Geſchäft, ſondern ein herzliches Anliegen iſt, den heutigen Tag dadurch auszuzeichnen, daß wir in uns gegenſeitig die Gefühle dankbarer Fröhlichkeit erwecken und beleben: ſo ſagen wir ſchließlich auch Ihnen unſern Dank, hochverehrte Gäſte und Freunde! daß Sie unſerer Einladung ſo bereitwillig Statt gegeben und nicht geſäumt haben, dieſe Feier durch Ihre Gegenwart zu erhöhen.
Wüßte ich nur, hochverehrte Anweſende allzumahl! ob es auch mir gelingen wird, durch die Erfüllung der Aufgabe, welche mir für diesmahl zugefallen iſt, das Meinige zur Verherr⸗ lichung des heutigen Tages beizutragen! Laſſen Sie ſich dieſe Aeußerung nicht wundern, noch ſuchen Sie in ihr eine verſteckte Appellation an Ihre Artigkeit; ſie iſt nur ein natürliches Erzeugniß des Bewußtſeins, welche Schwierigkeiten es habe, für die Feſtrede einen Gegenſtand zu finden,
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