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Das erste Jahrhundert der theologischen Facultät in Giessen : akademische Festrede zur Feier des hohen Geburtsfestes seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ludwigs III. am 9. Juni 1858 gehalten / von dem Rector der Ludwig-Universität Dr. Friedrich Hermann Hesse, ordentlichem Professor der evangelischen Theologie und Universitäts-Prediger
Entstehung
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welcher aus dem akademiſchen Leben herausgegriffen doch weder der Veranlaſſung dieſes Tages fern liegt, noch dem allgemeinen Intereſſe. Glücklich hat dies der vorjährige Feſtredner zu treffen gewußt; er hat zugleich mit beredtem Munde einen Gedanken ausgeſprochen, welcher bei der Wahl des Gegenſtandes für die Feſtrede des heutigen Tages auch in Zukunft immer wird mitwirken müſſen und welcher ſich dadurch den Nachfolgern ſeines Urhebers hilfreich erweiſen wird. Es iſt uns im vorigen Jahre hier geſagt worden, daß wir in dem Umſtande, daß das hohe Geburtsfeſt des Landesfürſten faſt allerwärts auch eine akademiſche Feier hervorruft, ſowie in dem Umſtande, daß die Mehrzahl der deutſchen Univerſitäten gleich unſerer Alma Ludoviciana ſich mit den Namen deutſcher Fürſten ſchmückt, nicht bloß eine bedeutungsloſe Bezeugung der Ehrerbietung, ſondern den bedeutſamen Ausdruck eines folgenreichen realen Verhältniſſes anzuerkennen haben, indem es eine Thatſache ſei, daß faſt alle deutſchen Hochſchulen ihr Entſtehen und ſollen wir nicht auch ſagen ihr Fortbeſtehen, ihr Gedeihen und ihre Blüthe? dem Intereſſe und der Fürſorge edler Fürſten für Gelehrſamkeit, Wiſſenſchaft und allgemeine Bildung verdanken. Liegt es da nicht nahe, hoch⸗ verehrte Herren und Freunde! das Gefühl der Dankbarkeit gegen unſern Fürſten auf die ganze Reihe Seiner erhabenen Vorgänger auszudehnen und dieſem Gefühle dadurch genug zu thun, daß wir in die Geſchichte unſerer Anſtalt zurückgehen und die Erinnerung an ihre Vergangenheit in uns erneuen? daß wir betrachtend uns an der Wahrnehmung erbauen, wie unſere Hochſchule unter der Fürſorge und Obhut edler Fürſten von jeher eine ehrenvolle Stelle unter ihren Schwe⸗ ſtern behauptet hat, und in dem dadurch geweckten ſtolzen Bewußtſein uns neue Springquellen für unſern Eifer öffnen? Würden wir doch alsdann auch den Männern ein wenig näher treten, welche von dieſen Wänden auf ein ihnen unbekanntes Geſchlecht hernieder blicken, deren Züge wir uns aber ſo lange nicht recht zu deuten vermögen, als wir uns nicht mit ihren Beſtrebungen und mit der Art und Weiſe ihrer Wirkſamkeit vertrauter gemacht haben.

So laſſen Sie uns denn eine Wanderung durch die alten Zeiten anſtellen; erlauben Sie mir aber, daß ich mich dabei auf die Geſchichte der Facultät beſchränke, welcher anzugehören ich die Ehre habe, nämlich der evangeliſch⸗theologiſchen. Nicht nur, weil ich da noch das Meiſte zu ſagen weiß, ſondern auch, weil ſich ſonſt dem Darſteller eine ſolche Fülle geſchichtlichen Stoffes und eine ſolche Menge von Bildern entgegendrängen würde, daß es beſſer ſein möchte, gleich am Anfange umzukehren, als den unüberlegten Verſuch zu machen, ſich hindurchzuarbeiten. Auch bei ſolcher Beſchränkung der Aufgabe macht ſich die Nothwendigkeit und die Verlegenheit der Auswahl noch fühlbar genug; denn auch die Specialgeſchichte unſerer Facultät iſt an denkwürdigen Thatſachen und Anläſſen zu intereſſanten Beobachtungen noch zu reich, als daß ſie ſich in den engen Rahmen einer Feſtrede einſpannen ließe. Deshalb muß ich mich auch begnügen, nur einige der wichtigſten Puncte hervorzuheben, nur einige Rückblicke auf die Vergangenheit unſerer Facultät zu werfen, und zugleich darauf verzichten, die Wanderung durch ihre Geſchichte bis in die neueſte Zeit fortzuſetzen ein Verzicht, der ſich übrigens aus mehrfachen Gründen empfehlen wird.

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Tage welche nach einen Stad verme dieſer Lud⸗ für d ihre ſcheide