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Das erste Jahrhundert der theologischen Facultät in Giessen : akademische Festrede zur Feier des hohen Geburtsfestes seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ludwigs III. am 9. Juni 1858 gehalten / von dem Rector der Ludwig-Universität Dr. Friedrich Hermann Hesse, ordentlichem Professor der evangelischen Theologie und Universitäts-Prediger
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phäliſchen Frieden Marburg aufs Neue an die Caſſel'ſche Linie kam mit der abermaligen Beſtim⸗ mung Heſſiſche Geſammt⸗Univerſität zu werden: ſo wird von dem Landgrafen Georg II. eine Theilung der Univerſitätsgüter vorgezogen und nach einigem Schwanken zwiſchen den Stadten Alsfeld, Grünberg, Darmſtadt und Gießen wird letztere aufs Neue der Sitz einer Darm⸗ ſtädtiſchen lutherſchen Landes⸗Univerſität. Neue Männer ſind indeß in die Facultät eingetreten und auch wieder abgetreten: Johann Steuber, der 1643 ſtarb, der Frieſe Neno Hanneken, auch ein Schwiegerſohn Mentzer's, der 1646 nach Lübeck zog und dort Superintendent wurde, Johann Heinrich Tonſor, der den Ueberzug nach Gießen nicht mehr erlebte, ſondern unter den Vorbereitungen deſſelben ſtarb. Von den alten bekannten und berühmten Namen tritt uns nur der 63jährige Feuerborn entgegen, der zum erſten Rector der reſtaurirten Univerſität ge⸗ wählt wurde, als dieſe am 5. Mai 1650, im Beiſein des Erbprinzen Ludwig und des Prinzen Georg, der Blüthe des heſſiſchen Adels, der Geiſtlichen und Magiſtrate aus den Städten des Landes wieder eingeweiht wurde. Könnte ich dieſe Feier ausführlich ſchildern, welche der Profeſſor der Medicin, Johannes Tack als Augenzeuge uns beſchrieben hat! dieſes Aufathmen nach langer Noth, nach den Drangſalen eines 30jährigen Bruderkrieges, welches wieder die Begehung feſtlicher Tage erlaubte! dieſe Rührung, welche während des Ambroſianiſchen Lobgeſanges in der Kirche Vielen Thränen entlockte, dieſe Begeiſterung, welche in den unzähligen Reden und Gegenreden ſich nicht erſchöpfen konnte und auch in Verſen Beruhigung ſuchte! dieſe ſtolze Freude eine Burg der reinen Lehre, ein Bollwerk wider Ketzereien und einen lebendigen, nimmer verſiegenden Bronnen der Wiſſenſchaft wieder im Lande zu haben! Wie mag der innerliche Jubel auf den Geſichtern geglänzt haben, als unter fröhlichem Hörnerklang die feſtlichen Züge zwiſchen dem Gotteshauſe und dem collegium Ludovicianum hin⸗ und wieder gingen! Selbſt bei dem Leſen des unerquicklichen Lateins, in welchem der alte Tack uns Alles ſchildert, meint man das Schlagen ſeines frohbe wegten Herzens zu ſpüren! Er war freilich auch unter den Glücklichen, denen zu Ehren des Tages der Doctorhut als Zeichen der wiſſenſchaftlichen Freiheit aufgeſetzt, und der goldene Ring als Zeichen der Vermählung mit der Wiſſenſchaft angeſteckt wurde!

Doch hinweg über dieſe Bilder, damit wir nicht zu Vergleichungen veranlaßt werden und zurück zu unſern Theologen. An der Spitze ſtand Juſtus Feuerborn, der eifrige Disputator. In den dogmatiſchen Kämpfen, welche die damalige Zeit bewegten, ſoll er wie dem Namen, ſo auch der That nach ein fons igneus geweſen ſein; aber trotz ſeiner lebhaften Betheiligung am kryptiſchen Streit hat er ſich doch nicht, ſoweit ich wenigſtens geſehen habe, zum Verketzern ſeiner Tübinger Gegner fortreißen laſſen, obgleich er ihnen ſcharf zuſetzte mit den Waffen einer faſt über⸗ ſpitzndigen Scholaſtik. Als 164 ½¼, die Caſſel'ſchen Wechſelſchriften erſchienen waren, ſoll er bei deren Widerlegung, die im Jahre 1636 und als die Caſſeler zehn Jahre lang keine Antwort darauf gegeben hatten, 1647 noch einmahl in ausführlicherer Weiſe erfolgte, die Feder geführt, und dabei einen in neueſter Zeit wieder aufgegriffenen Streitpunct erörtert haben, nämlich daß eine Vereinigung zwiſchen Lutheranern und Reformirten wegen der fundamentalen Verſchiedenheit in der

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