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In englischer Kriegsgefangenschaft 1916/17 : Aufzeichnungen und Erinnerungen des Sanitätssoldaten Karl Brasch, Gießen während seiner 19monatlichen Gefangenschaft
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die Verteilung derſelben vornahm. Bald darauf fuhren wir wieder ab und ich erwachte erſt am nächſten Morgen, als der Zug bereits in Aachen hielt. Hier mußten wir nun alle ausſteigen und wurden auch bald darauf durch Autos in ein großes Lazarett gebracht. Der Empfang ſollte erſt am nächſten Morgen(am 8. Februar) ſtattfinden, jedoch war der Empfang von Seiten der Einwohnerſchaft in Aachen recht herzlich. Endlich war man wieder auf deutſchem Boden und unter deutſchen Frauen und Männern. Wir atmeten alle erleichtert auf. Trotzdem es uns allen hier ſehr gut gefiel und es uns an nichts fehlte, ſehnten wir uns doch alle nach unſeren Lieben nach Hauſe zurück. Nach einem herzlichen Abſchied von meinen Kameraden, welcher mir ſehr ſchwer fiel, fuhr ich am nächſten Tage meiner Vaterſtadt, meinem Elternhauſe zu.

Was für eine Zeit, beſonders die Schwerverwundeten hinter ſich hatten, kann ſich wohl keiner vorſtellen. Ein Oberſtabsarzt in Aachen verſicherte uns, daß, wenn die Verwundeten alle in deutſcher Behandlung geweſen wären, kaum die Hälfte als Invaliden herumlaufen würden.

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