wir an und wurden erſucht, auszuſteigen. Es wurde ge⸗ zählt und wir gingen mit unſerem ganzen Hausrat und den Kiſten vom Bahnhofe hinweg. Glücklicherweiſe ſtanden auf den Straßen einige Laſtautos, die unſer Gepäck auf⸗ nahmen. Wir marſchierten durch das Dörfchen, wo wir natürlich großes Aufſehen erregten, wurden aber von der Zivilbevölkerung weiter nicht beläſtigt. Bald zeigte ſich zur linken Hand ein Gebirgsſee. Es regnete in Strömen, ſo⸗ daß es kein Wunder war, daß man bis auf die Haut durchnäßt war. Endlich, nach etwa 2ſtündigem Marſche, zeigte ſich ein hoher Stacheldrahtzaun, der ſich als unſer Reiſeziel entpuppte.
Das Lager ſelbſt war etwa 100 m oberhalb des Sees gelegen und beſtand aus ungefähr 100 kleinen Hütten, welche für je 12 Mann berechnet waren. Man mußte bei dem Anblick doch lachen, es waren die reinſten Papphütten. Ein Stein von Fauſtgröße genügte, um ſolch ein Papp⸗ häuschen zuſammen zu werfen. Es bot kaum Raum für 8 Mann, viel weniger noch für 12. Das Dach war un⸗ dicht und durch die Ritzen der Seitenwände pfiff unauf⸗ hörlich der Wind. Man konnte ſagen, geduldige Schafe gehen viel in einen Pferch. Die Fenſter beſtanden aus waſſerdichtem Leinwandſtoff. Unſer Berliner, meinte, 4 Räder darunter und eine Deichſel davor und der Zigeuner⸗ wagen iſt fertig, ein Scherz, welcher mit lautem Beifall belohnt wurde.
Unſere Lagerſtätte beſtand wiederum aus 2 Böcken und 3 Brettern, ſowie einem Strohſack und 4 dünnen Decken.(Eine deutſche Kaſernendecke hält wärmer, als 4 dieſer Decken zuſammen). Am Tage wurde der Strohſack zuſammengeklappt, die Bettbretter an die Seite geſtellt
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