damit für den darin beſindlichen Tiſch, ſowie 2 Bänke Platz war; alſo mußte der Tiſch Nachts entfernt werden.
Wie es mit unſerer Arbeit beſtellt war? Kurz nach 6 ½ Uhr morgens trat die erſte Arbeitsgruppe an, nachdem man vorher etwas warmen Kaffee aus der Küche empfangen hatte. Brot hierzu mußten wir uns denken. So folgten dann in kurzen Abſtänden bis 7 ½ Uhr die anderen. Bis auf die Lagerangeſtellten mußte alles heraus zur Arbeit. Ferner blieb zurück der Lagerkommandant(ein Offizier⸗ ſtellvertreter) und die Küchenmannſchaft. In den erſten Tagen mußten wir etwa 800 m weitSteine herbei ſchlep⸗ pen, um die Wege zum Lager und in ihm zu feſtigen, denn man ſank ja bis über die Knöchel in den Moraſt. Die Schuhe waren naß, ſowie Strümpfe und Unterwäſche teils feucht und zerriſſen. Gelegenheit zum trocknen war uns nicht geboten. Man kam Abends durchnäßt nach Hauſe und ſo muße man auch Morgens an die Arbeit gehen. Der engliſche Kommandant war ein richtiger Deutſchen⸗ freſſer, der die Gefangenen noch ſchlimmer wie das Vieh zur Arbeit trieb. Der Lagervorſtand reichte eines Tages eine Beſchwerde an die Schweizer Geſandtſchaft ein, die jedoch beim Kommandanten unberührt liegen blieb. Unſer Eſſen beſtand morgens aus Kaffee. Dazu kamen etwa 200 gr Weißbrot und etwa 100 gr Zwieback, welches am Abend vorher empfangen und natürlich auch ſofort auf⸗ gegeſſen wurde. So kam es, daß man dann morgens mit leerem Magen an die Arbeit ging. Um 10 Uhr gab es etwas heißen Tee, aber das reinſte Spülwaſſer. Um 12 Uhr trat eine Mittagspauſe ein. Es wurde Maisbrei ver⸗ abreicht, welcher nur mit Waſſer ohne irgendwelche Zutaten zubereitet war, aber doch mit Habgier verſchlungen wurde.
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