Jahrgang 
1904
Seite
V
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bis

der zurg Be⸗

darauf Frantfurter Straße hinab, die früher

en und deren Fortsetzung nach Norden der

Fremdenführer durch Gießen.

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in deren westlichem Flügel einst Justus von Liebig sein weltberühmtes La⸗ boratorium eingerichtet hatte. Gleich wenden wir uns links, die

Namen Seltersberg führte,

und Seltersweg, die Hauptverkehrsader zlich der Stadt, bildet. Die beiden Namen jatte erinnern noch an jenen oben erwähnten aber ausgegangenen Ort Selters(Saltrissa). ihre n dem Eingange der Innenstadt, wo dem die Anlagen die Straßen kreuzen, stehen ein⸗ zwei ehemalige Torhäuschen, 1810 den erbaut. Jedes der früheren 4 Tore weist solche Häuschen auf, die jetzt den ßen Mannigfachsten Zwecken dienen. Das viel östliche am Seltersweg enthält die Räume iert. der öffentlichen Lese- und Bücher ako⸗ ha Ule, die täglich von 10 Uhr morgens der bis 10 Uhr abends für jedermann zu ihr⸗ unentgeltlichem Besuche geöffnet ist ßen(siehe unterVereine S. 13*). Der des Seltersweg führt uns vorbei an dem gen vorbildlich eingerichteten Volksbad ge⸗(Schwimm⸗, Zellen- u. s. w. Bäder; nach. S. 44·) mitten in die Stadt über tadt den Kreuzplatz zur Mäusburg. Hier an⸗ treffen wir die Grenze der ältesten irde Stadtanlage und gelangen wenige itur Schritte weiter zum Marktplatz, Hher⸗ der durch sein altertümliches Ansehen angenehm berührt. An ihm finden wir das kürzlich wiederhergestellte, in seinen llen ältesten Teilen vielleicht aus dem Anfang

bereins,

e zes, Hallstatt⸗, La Tene⸗) ö omischen Zeit und durch eine schöne

des 16. Jahrhunderts stammende Rat

haus, das die typische Form hessischer

Rathäuser mit der unteren großen Halle aufweist. Heute beherbergt es das Museum des Oberhessischen Geschichts das sich durch reichhaltige Sammlungen aus prähistorischer(Bron⸗ und der

Münzsammlung auszeichnet. Die sehr

ehenswerte Sammlung aus Mittelalter

und Neuzeit entstammt überwiegend der

rovinz Oberhessen. Geöffnet ist das

und Universitäts-⸗Augen⸗-Klinik,Museum frei an Sonntagen von 111

Uhr, sonst gegen 50 Pfg. Eintrittsgeld.

An der Breitseite des Marktes erhebt sich ein stattlicher Holzbau aus dem Anfang des 17. Jahr⸗

hunderts, die ehemalige Hirschapo theke. Hier wurde am 1. März 1610 der als Geschichtslehrer, Philosoph und Theolog berühmte Johann Balth. Schupp geboren, der am 25. Oktober 1648 zu Münster die Friedenspredigt hielt. Vor diesen Häusern strebt das neue Krieger denkmal, von dem Darmstädter Bildhauer Habich 1900 entworfen und ausgeführt, empor. Vom Marktplatz gelangen wir unmittelbar zum Kirchenplatz mit der neuerdings umgebauten Stadtkirche. Diese wurde an Stelle der alten 1520 ge⸗ weihten Pankratius-Kirche errichtet und 1821 vollendet. Sie gilt als Typus des damaligen Kirchenbaustiles. Der von ihr getrennt stehende Turm gehörte noch zur alten Kirche; laut einer In⸗ schrift ist er 1484 begonnen worden. Hinter der Kirche stehen mehrere alte Holzbauten, von denen das Leib'sche Haus das interessanteste ist. Hier be fanden sich Wohnhäuser der ehemaligen Burgmannen an der Umfassungsmauer des ältesten Stadtteils. Name(5am Burggraben) und Reste der alten Mauer weisen noch auf diese Verhältnisse hin. Auch die der Kirche gegenüberliegende Engelapotheke ist ein altes Burg⸗ mannenhaus. Jenseits des Kirchenplatzes amEinhorn dem ältesten Gasthof Gießens vorbei führt uns der Weg über den Lindenplatz, auf dem ehemals die Gerichtslinde stand, an den Markt⸗ lauben entlang nach demBrand. Der Name ist die letzte Erinnerung an eine riesige Feuersbrunst, die auf Pfingsten 1560 durch Blitzschlag ent standen, 168 Häuser vernichtete. Gleich an der Ecke finden wir ein neues statt⸗ liches Gebäude, dasTurmhaus am Brand, dessen untere Räume die Feuerlöschgerätschaften bergen, während