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sprechend ihrem Festhalten an dem Überlieferten. Bei den gebliebenen Kasus hat die Mannigfaltigkeit der Gestaltung einer immer größeren Gleichförmigkeit Plaz gemacht; beim Nomen besteht fast nirgends mehr ein Unterschied zwischen Nominativ und Akkusativ; in der Mehrzahl ist jetzt überall der Genitiv gleich dem Nominativ und Akkusativ. Das Zeitwort ist in die Geschichte eingetreten mit bloß zwei Zeitformen, einer für die Gegenwart, die die Zukunft mitbezeichnen mußte, und einer für die Vergangenheit. Schon in früher altdeutscher Zeit wird in Ausdrücken mit sein und haben und dem Mittelwort der Vergangenheit eine Bezeichnung für die abgeschlossene Handlung gewonnen( Perfektum); sollen, später werden mit dem Infinitiv, gewährt eine deutliche Verkörperung zukünftiger Vorgänge. Nun hat- etwa seit dem 15. Jahrh. die Gegenwartsform auch dem Bericht über Vergangenes dienen können ( Praesens historicum). Schon früh ist auch ein Ersaz für die Leideform gefunden worden, die in vorgeschichtlicher Zeit untergegangen war.
Wichtig ist auf dem Gebiete der Sagfügung das Zurückweichen des Konjunktivs, das zum Teil schon in der mhd. Zeit eingetreten ist. Im Ausgang der mhd. Zeit hat die altdeutsche Regelung der Zeitfolge einem neueren Verfahren weichen müssen.
Die Wortbildung hat stets wachsende Bereicherung erfahren durch Mehrung der Ableitungen, insbesondere der Hauptwörter auf - ung, der Zeitwörter, die von Hauptwörtern ausgehen( bocken, köpfen, radeln, trompeten). Eine neue Art der Ableitung greift in neueren Zeiten immer mehr Platz, die neue Wörter im Anschluß an Wortgruppen schafft, die sog. Zusammenbildung ( altjüngferlich, rechtsrheinisch, Langschläfer, Inanspruchnahme). Ebenso kommen neue Arten von Zusammensetzung auf( Bethaus, Eßgerät, Singstunde; Grünkohl, Sauerkraut, Wildschwein; Menschensohn, Schwanenhals, Herzogsmantel; Frühlingslied, Liebesgedicht, Weihnachtsfeier, Zeitungsblatt). Im 17. Jahrh. nimmt die Sitte mehrfacher Personennamen überhand, die heute auch stark in den mündlichen Gebrauch übergreift.
Swot
Dem Wortschatz wachsen neue Bestandteile zu durch Entlehnung aus fremden Sprachen, aus der eigenen älteren Sprache, aus den deutschen Mundarten, durch Neuschöpfungen einzelner.


