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neuen„Normalplan für den Gymnaſialunterricht“ iſt das auch anerkannt durch die Beſtimmung, daß im Abi⸗ turienteneramen ein etwaiger Mangel in dem einen Fach durch ein Plus in dem andern Fach gedeckt werden ſolle. Obſchon nun die Frage, ſo geſtellt, keine Berechtigung hat, ſo läßt ſich dieſelbe doch leicht in eine rich⸗ tige umwandeln, und darnach die Antwort mit Beibehaltung der beliebten Form modificiren. Ich würde aus der Frage nach der Wichtigkeit und dem Rang eine Frage der Bedürftigkeit machen, und vorſchlagen die Lehr⸗ gegenſtände zu ordnen nach der Zeit, nach der Zahl der Stunden, welche Schüler und Schule auf ſie verwenden müſſen, damit das durch den Unterricht in den einzelnen Wiſſenſchaften zu erreichende Ziel auf die beſte Weiſe erreicht werde. Auch in dem Sinne von Zuſammenziehung wie bei Truppen, oder von Ausſcheidung verdün⸗ nender, unwirkſamer Gemengtheile wie bei Säuren iſt der Begriff der Concentration herangezogen worden, und da man ſich ſchon von der Unſtatthaftigkeit der Ausſcheidung dieſes oder jenes Lehrfaches überzeugt hatte, ſtellte man ſich die Frage nach der Concentration innerhalb der Gränzen jedes einzelnen Unterrichtsgegenſtandes auf. In dieſem Sinne meinte ein Mitglied der weſtphäliſchen Directorenconferenz, daß ſich die philologiſche Thätig⸗ keit vielleicht an eine geringere Anzahl von Claſſikern, und unter dieſen vielleicht wieder an den einen mehr als an den andern anlegen laſſe; im hiſtoriſchen Unterricht könne man in ähnlicher Weiſe ausſcheiden, zuſammen⸗ ziehen, concentriren. In Beziebung auf die Naturgeſchichte und die Phyſik iſt in dem gedachten Reglement der Umfang deſſen, was aus dieſen Wiſſenſchaften gelehrt werden ſoll, ſo gegeben, daß der Lehrer nicht ungebühr⸗ lich gebunden, und doch zugleich vor der Verſuchung geſchützt iſt die Gränzen zu überſchreiten, welche eine natur⸗ gemäße Gymnaſialbildung dem naturwiſſenſchaftlichen Unterrichte ſtellt. Nur möchte ich wünſchen, daß unter den im Reglement genannten Gegenſtänden auch die mathematiſche Geographie mit aufgeführt wäre, ein Gegen⸗ ſtand, den ich im Vorigen bei der Betrachtung über den ſcheinbaren und wahren äußern, wie auch über den innern Zuſammenhang unter den Erſcheinungen der Natur beſonders im Sinne hatte, ein Gegenſtand, von dem Otto Schulz in der Vorrede zu ſeiner mathem. Geographie ſagt:„deſſen gründliche Kenntniß nicht ſowohl ein Lob, als die Unbekanntſchaft mit demſelben ein Tadel iſt, und deſſen Einwirkung auf die ſittliche Kraft ihn noch mehr empfehlen ſollte, als ſeine nahe Beziehung auf ſo viele menſchliche Verhältniſſe. Iſt es ein eigenthüm⸗ licher und unterſcheidender Vorzug des Menſchen, daß er den Blick gen Himmel richtet, ſo ſollte man dieſen Blick auch zu leiten und zu ſchärfen, und nicht mit Gewalt an die Erde und das kleine Leben zu heften ſuchen.“ Um für dieſen Gegenſtand die gehörige Zeit zu gewinnen, wäre es nöthig, die Anzahl der naturwiſſenſchaftlichen Stunden in Secunda wenigſtens auf zwei zu erhöhen. Nach einem alten Schulerfahrungsſatze iſt ja auch:„Eine Stunde, keine Stunde!“ In Beziehung auf die Naturgeſchichte muß nach Vorigem gewünſcht werden, daß der Unterricht nicht von zufälligen Umſtänden abhängig gemacht werde, ſondern daß er eine ſeiner Bedeutung ent⸗ ſprechende Stellung einnehme.
Obſchon der Umfang deſſen, was von Mathematik auf Gymnaſien gelehrt werden ſoll, in dem Abitu⸗ rientenreglement ſo genau, als das die Natur der Sache geſtattet, angegeben worden iſt, ſo ſieht man doch, wenn man in den Programmen der verſchiedenen Gymnaſien die Angabe der abſolvirten Penſa oder in den Verhandlungen der allgemeinen Lehrerverſammlungen ſowie der Directorenconferenzen die auf dieſen Punkt ge⸗ richteten Beſprechungen nachlieſ't, daß in dieſem Betracht nicht blos bedeutende Verſchiedenheiten in der That vorkommen, ſondern daß auch unter den Fachmännern und Directoren darüber verſchiedene Anſichten, hier auf Ausdehnung, dort auf Beſchränkung zielende Wünſche beſtehen. Manche Lehrer haben, was den Buchſtaben des Reglements betrifft, ganz unbezweifelt innerhalb der vorgeſteckten Gränzen ſich bewegt, aber ſie haben, wenn man auf den Sinn des Reglements ſieht, nach der Meinung der Majorität ſowohl in den allgemeinen Lehrer⸗ verſammlungen als auch in der weſtphäliſchen Directorenconferenz nichts deſto weniger manchen Stoff in den Unterricht hineingezogen, der von ihnen hätte ausgeſchloſſen werden ſollen. So habe, nach der Meinung des betreffenden Referenten in der weſtphäliſchen Directorenconferenz, eine falſche Auffaſſung des Paſſus im Prü⸗ fungsreglement:„Aufgaben aus verſchiednen, in den Kreis des Schulunterrichts fallenden Theilen der Mathe⸗


