Jahrgang 
1855
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Am 1. September, als am 2ten Tage der öffentlichen Prüfung, beehrte dieſe der Königliche Commiſſarius mit ſeiner Gegenwart. Nach Entlaſſung der Abiturienten durch den bisherigen Director Herrn Profeſſor Dr. Hantſchke theilte derſelbe, welchem zunehmende Kränklichkeit ſchon ſeit längerer Zeit ein Zurücktreten aus dem Staatsdienſt dringend wünſchenswerth gemacht hatte, der Verſammlung mit, daß ihm ſolches nunmehr auf ſein Anſuchen huldreichſt gewährt worden ſei, und nahm von der Anſtalt und dem Amte Abſchied, denen derſelbe eine namhafte Reihe von Jahren ſeine unermüdet treue und gewiſſenhafte Thätigkeit gewidmet hatte. Darauf gedachte der Königliche Commiſſarius der Verdienſte des Scheidenden nach ihren vielfachen Beziehungen, und überreichte ihm dann die Inſignien des, zu ehrender Anerkennung derſelben durch Se. Majeſtät den König ihm allergnädigſt verliehenen Rothen Adler-Ordens IV. Cl.

In einer von Herrn Regierungsrath Landfermann noch an demſelben Tage gehaltenen Lehrer⸗Conferenz wurde einſtweilen dem Referenten die Wahrnehmung der Directionsgeſchäfte neben ſeinen bisherigen Functionen übertragen, und zugleich der Schulamts-Candidat Dr. Theobald, welcher bereits ſeit dem Juni aushülfs⸗ weiſe mehrere Lectionen ertheilt hatte, der Anſtalt zu fernerer vorläufiger Aushülfe, mit 24 Lehrſtunden wöchent⸗ lich, zugewieſen.

Einige nicht unweſentliche bei dieſer Aushülfe ermöglichte Veränderungen in den Lectionen und der Ver⸗ theilung derſelben ergibt die Vergleichung mit dem vorjährigen Lectionsplan.

Gegen den Schluß des Schuljahrs ging der Anſtalt die Mittheilung zu, daß von den Seitens der Stadt aus deren Waldungen dem Gymnaſium fortan jährlich zugeſicherten 10 Klaftern Brennholz durch Hohe Verfü⸗ gung Sr. Excellenz des Herrn Miniſters dem Director jährlich 4 und den Oberlehrern Prof. Dr. Kleine und Dr. Fritſch je 3 Klafter als Gehaltserhöhungen zugewieſen ſeien.

Unterm 13. September ging von dem Königlichen Provinzial⸗-Schul⸗Collegium die Nachricht ein, daß Se. Excellenz der Herr Miniſter aus den durch den Staatshaushaltungs⸗Etat für 1854 dazu ausgeſetzten Fonds den Oberlehrern Prof. Kleine, Elſermann und Dr. Fritſch je 50 Thlr., den Oberlehrern Graff und Prof. Dr. Schirlitz je 40 Thlr., und dem Gymn.⸗Lehrer Rüttger 25 Thlr. als außerordentliche Unterſtü⸗ tzung bewilligt habe.

Unterm 16. September verfügte das Königliche Provinzial⸗Schul⸗Collegium, daß dem Candidaten des höhern Schulamts Dr. Theobald für fernern aushülflichen Unterricht eine aus dem Gehalt der erledigten Di⸗ rectorſtelle zu entnehmende Remuneration von monatlich 25 Thlr. vom 1. October c. ab bis auf Weiteres zu zahlen ſein werde.

Derſelbe erhielt unterm 25. October für die oben erwähnte, während der Erkrankung mehrerer Lehrer im letztverfloſſenen Halbjahr geleiſtete Aushülfe eine außerordentliche Remuneration von 40 Thlrn. aus Gymna⸗ ſialfonds bewilligt.

Am 6. October war die Prüfung der zur Aufnahme angemeldeten Schüler; fünf derſelben mußten zurück⸗ gewieſen werden.

Am 7. October wurde das neue Schuljahr in herkömmlicher Weiſe mit Geſang, Gebet und Anſprache des Religionslehrers Prof. Dr. Schirlitz, und den nöthigen allgemeinen Mittheilungen des Referenten eröffnet. Dann Handgelöbniß der neuen Schüler an die Lehrer, Einweiſung derſelben in die einzelnen Claſſen, Mittheilung der Lectionspläne; hierauf noch einzelne Ascenſions⸗Prüfungen.

Den Sinn der Wohlthätigkeit bei unſern Schülern zu anerkennungswerther Aeußerung zu wecken, bot ſich in dieſem Winter durch die verheerenden Ueberſchwemmungen mehrerer vaterländiſcher Ströme wiederholt Gele⸗ genheit dar. Referent konnte am 14. October vor. J. als Ertrag einer Sammlung aus den Taſchengeldern