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daz zwêne biderbe man oder vier daz bewaeren, daz ez zitic si daz sie dà abe nement, unde daz ez gesunt si.« Interessant, wie hier Berthold schon das Institut der Fleischbeschauer eingeführt wissen will. Ueberhaupt entwickelt er gerade, wenn er auf dieses Thema zu sprechen kommt, sehr eigentümliche Ideeen. Indem er davon handelt, wie durch das Unrecht im Verkehr die ursprüngliche Einrichtung Gottes, wonach jeder seinen Anteil an den Gaben desselben haben soll, gestört wird, redet er fast wie heutzutage die Communisten. Er tröstet p. 58 die Armen und verweist sie auf den Reichtum, den sie im Jenseits für ihre Armut eintauschen würden. Ebenso würden, sagt er, ihr Schicksal wechseln»die abbrecher, die da hie genuoc habent unde schöne lebent mit dem roube, den sie an iu begéênt mit unrehter stiure, mit unrehter vogtie, mit herbergen, mit nôtbete, mit roube, mit brande, mit diepstâl, mit unrehtem gerihte u. s. w. Nü sehet, ir armen liute, wie maniger leie sie üf iuwer arbeit setzent, unde da von habet ir sô wenic an und habet gelebt sô manigen übeln tac mit grôzer arbeit spât unde fruo, unde mütezet eht allez daz arbeiten des diu werlt bedarf, unde des alles samt wirt iu kümecliche mit noeten als vil, daz ir niht vil baz gezzent danne iuwer swin, unde haàt ez got durch iuwern willen als wol geschaffen als durch den irn.— Wan er alliu dinc(p. 59) mit wisheit geschaffen hât, dà von hat er mit wisheit daz ouch geordent unde geschaffen, daz alliu disiu werlt gewant genuogez hàt gehabet unde fleisches unde brôtes, ze trinken met unde win unde bier unde visch, wilt unde zam.— Rehte als glich als er die sternen an dem himel geschaffen haât, daz ir weder ze vil noch ze lützel ist, als gliche hàt erz üf ertriche geschaffen, silber, golt, spise unde gewant.„‚Owé, bruoder Berhtolt, sô haàt erz gar ungeliche geteilt! Wan ich unde manic armez mensche enbizen selten iemer daz dà guot ist, ezzens oder trinkens, unde haben weder golt noch silber noch gewant!’ Sich, dà hat dirz der abbrecher abe gebrochen; der mit wuocher, der mit roube etc. Dà von ist ouch din gitikeit ein sünde aller sünden wirste, wan sie brechent iu die selben armuot abe mit unrehte, daz iu mit rehte got beschaffen hat, und irz dan küme erarbeitet mit iuwerm sweize, sô leget sin einer über einander, daz sin zehen genuoc haeten.« Aehnlich lautet, was wir p. 257 lesen:»Unde daà von sprichet ein heilige: ‚wà von habent die vogel genuoc unde wä von sint sie als schoene?:— Seht, daz ist dä von: als einer gizzet daz er genuoc hat, sô laet er den andern ouch ezzen! Söô sint disiu armen gotes kinder, daz ir etelichez küme die schame bedecket, unde sie geruowent niemer tac noch naht vor grõzer arbeit unde gent da bi nacket unde blôz unde geligent niemer sanfte noch warm unde gezzent niht vil baz danne ir vihe unde sint bleich unde mager.« Trotzdem aber will er vom Teilen nichts wissen. Er spricht p. 358 f. von dem Gebote, den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Da führt er, wie ers so gern thut, einen Zuhörer redend ein und lässt ihn mit Bezug auf das bekannte Wort des Herrn also sprechen:»Owé, bruoder Berhtolt, ja tuost dü des selber niht! nü bin ich din ebenkristenmensche unde haâst zwene guote röcke unde han ich einen vil boesen, unde laest mich doch ê mangeln danne dich selben.« Darauf antwortet er:»Daz ist vil war, ich han die röcke: ich gibe aber dir dekeinen. Haetez got alsô gemeinet, ez würde nieman behalten der hiute lebet, weder geistlich noch wertlich mensche. Ich gib dir des rockes niht, ich wolte aber gerne mit guoten triuwen, daz dü einen alse guoten haetest oder einen zwirunt alse guoten. Sich, dar an lit diu minne, die dü gein dim ebenkristen haben solt. Ganst dü dir selben guotes, dü solt ouch im guotes günnen.« Es ist natürlich, dass Berthold neben dem Verkehr von den andern grossen Gebieten der Sittlichkeit namentlich das der Familie berücksichtigt. Was da zunächst das Grund legende Institut angeht, die Ehe, so gelingt es Berthold nicht, dieselbe aus der Sache heraus zu würdigen


