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Berthold gestaltet, und kommen so zu seinen ethischen Anschauungen. Betrachten wir die Sittlichkeit unter dem Gesichtspunkte des höchsten Gutes, so können wir natürlich nicht erwarten, in Bertholds Predigten allem menschlichen Thun seine Stelle angewiesen zu sehen und es gewürdigt und sittlich beurteilt zu finden. Indessen begegnen wir doch dahin einschlagenden Gedanken, die wohl verdienen erwähnt zu werden. Bertholds Blick ist frei genug, um nicht diese oder jene menschliche Thätigkeit auf Kosten der andern zu bevorzugen, und selbst die geistliche Thätigkeit, wie hoch er sie auch stellt, nimmt doch im Grunde nur eine Stelle neben den andern ein. Er sagt p. 13 f.:»Unser herre hat eime ieglichen menschen ein amt verlihen, er hât nieman ze müezekeit geschaffen, wir müezen uns alle eteswes underwinden, dà mite wir genesen. Ich hàn ouch ein amt: predigen ist min amt. Wan unser herre alliu dinc mit wisheit geordent hàât, daà von hàt er ouch dem menschen sin leben geordent unde geschaffen, als ér wil und niht als wir wellen. Wan ez wolte etelicher gerne ein gräve sin, sô muoz er ein schuchsuter sin; sô woltest dü gerne ein ritter sin, sö muost dü ein gebüre sin unde muost uns büwen korn unde win. Wer solte uns den acker büwen, ob ir alle herren waeret? Oder wer wolte uns die schuche machen, ob dũ waerest als dü woltest? Duü muost sin als got wil.« Ueber die Kaufleute sagt er p. 18 f.(ähnlich p. 148):»Wir möhten der kiufliute niemer enbern, wan sie füerent üz einem lande in daz ander daz wir bedürfen, wan ez ist in einem lande däz wolveile, sô ist in einem andern lande jenz wolveile; unde daà von sullent sie diz hin füeren und jenz her.« Alle Beschäftigungen sind von Gott verliehene Aemter und es kommt nur darauf an, sie recht zu üben. Nur wenn dies nicht möglich wäre, so ist auch das Amt ungöttlich. »Wan ez ist etelich amt(p. 14 f.), dem dü niemer rehte getuon maht; des solt dü dich abe tuon: als würfeler und schappeler unde die diu langen mezzer slahent, da manic mensche mit ermordet wirt. Wande die würfeler die mügent ir amte niemer rehte getuon, sie geben wénic oder vil umb einen pfenninc. Dü kanst im niemer rehte getuon, dà von tuo dich sin abe, oder diner séle wirt niemer rät: wan ez geschiht manic tüsent sünde von würfelspil, die sus niemer geschaehen: manic tüsent lip unde sèéle werdent verlorn, die sus niemer würden verlorn, der niht würfel machte. Daàa kumt von mort unde diepstâl, nit, zorn unde haz unde trakheit an gotes dienste.— Nü sich, würfeler, wie vil unsaelden von dinem verfluochten amte kümt! Düũ muost dich sin abe tuon, oder dü muost dich des himelriches erwegen. Daz selbe spriche ich zuo den, die dã langiu mezzer slahent, unde zuo den, die da geschütze machent.« Müssen wir hierin eine Kurzsichtigkeit erkennen, so ist sie doch zu entschuldigen, und die Weitsichtigkeit auf der andern Seite ist viel mehr anzuerkennen. Im allgemeinen weiss er auch die niedrigsten Aemter zu würdigen. Aber recht müssen sie geübt werden, und davon wird er nicht müde zu sprechen.»Wan ez ist nü liegen unde triegen als gemeine worden(p. 16), daz sich sin nieman schemen wil. 85 ist der ein trügener an sinem koufe, der git wazzer für win, der verkouft luft für brôt unde machet ez mit gerwen, daz ez innen hol wirt: sô er waenet, er habe ein broseme drinne, sô ist ez hol und ist ein laeriu rinde.— S0 hat der unrehtez gewiht in sinem kräme, der habet sus die wäge einhalp, sô daz sie gein dem koufschatze sleht, unde jenez waenet ez habe, sô enhät ez niht.« Dann lesen wir p. 86:»Sô git der böckin fleisch für schaeffenz,— der vinnigez für reinez. Dü rchter trügener ungetriuwer! Dü beheltest eht din fleisch unz ez erfület unter dem velle, sô blibet ez gar wiz; die wile daz vel drobe ist, sô waenet ein bidermann ez si gar guot unde frisch: sô ist ez fül; er mac den tôt dran gezzen oder grôzen siechtuom.— Dar umbe solten die burger von der stat gebieten, swenne man in sumerigen ziten ein kalp oder ein lamp abnaeme, daz man ez saâ zehant ville und im daz vel gar abe ziehe, unde
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