Jahrgang 
1886
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worten getuon? 80 ist daz michels mügelicher, daz er sich mit sin selbes worten von des priesters munde wandelt in ein brot.« Weil nun durch des Priesters Worte dieses Wunder geschieht, darum kommt ihm überschwängliche Hoheit zu. Wir lesen p. 164:»Unde von solt ir in(got) andaehteclichen éren unde anroufen unde sult halt die priester deste flizeclicher, êren, daz sie got dar zuo geordent hàât vor aller der werlte, daz sie in handelnt und in als heimelich ist und in alle tage enpfahent zuo ir sélen.« Und kurz vorher:»Unde waer ez daz ein dinc mögelich waere, daz unser trouwe iezuo üf der schoenen wisen waere und alle die heiligen und alle die engele, die ie wurden, und ich des wert waere daz ich daz selbe himelgesinde sehen solte, und ich gienge des endes, und ich wolte sie harte gerne sehen und ein herre, ein priester, gienge gein mir uude trüege unsern herren, als er zuo dem siechen mit gét, wolte ich mich gein dem priester keêeren unde wolte gein im an mine venje vallen üf min knie, ê danne gein miner frouwen sant Marien und allen heiligen und allem himelischen her.« Mit der Busse weiter nimmt es Berthold sehr ernst und unterscheidet sich dadurch aufs vorteilhafteste von den Ablasspredigern seiner Zeit, die die Notwendigkeit der Busse zurücktreten liessen. Er sagt(p. 76):»ö welhe maht riuwe unde buoze hant! Sie tuont, daz dehein heilige getuon mac, weder marteler noch bihtiger. Ich wil ein grôz wort sprechen: buoze tuot, daz dehein heilige getuon mac niemer, weder die zwelfboten, weder min frouwe sant Mariaâ, noch dehein prophéte, noch dehein patriarche, noch engel, noch heilige: die kunnent alle samt einen sünder, der nâch dem toufe gotes hulde mit toetlichen sünden verloren hat, niemer gewinnen àne buoze.« Unter Busse versteht er hier nur die Reue. Neben dieser hält er die andern zwei Stücke der Busse, die Beichte und auch die Busse im engern Sinne sehr hoch. Von einer Umsetzung der Kirchenstrafen in Geld will er aber gar nichts wissen, und die Ablassprediger, pfennincprediger, wie er sie nennt, die um Geld Ablass gewähren, hasst er fast ebensosehr wie die Ketzer.»Pfi, pfennineprediger, heisst es p. 393 f., morder aller der werlte, wie manige séle mit dinen valschen gewinnen von dem waàren sunnen wirfest an den grunt der hellen, ir niemer mér ràât wirt! geheizest alse vil aplàzes umb einigen helbelinc oder umb einigen pfenninc, daz sich manic tüsent menschen dran lant unde waenent, sie haben alle ir sünde gebüezet mit dem pfenninge oder mit dem helbelinge, alse im für snerest; wellent sie für baz niht büezen unde varnt alsô hin ze helle, daz ir niemer ràat wirt. morder der rehten buoze, hast uns die rehten buoze ermordet, die der siben heilikeit einiu ist, der hoehsten, die got hat,« Von den übrigen Sakramenten haben wir nicht Veranlassung viel zu reden. Rücksichtlich der Priesterweihe steht Berthold die Lehre von dem character indelebilis fest. Es heisst p. 362:»swenne man iuch wühet, sO wirt ein karacter gedrücket in iuwer sêéle, dd man iuch iemer mér bekennet, da von man iuch êren muoz. Unde kumet ir halt zer helle( iuch got vor beschirme!), möhten ez alle tiuvele ab in niemer gebrennen noch gekratzen, ez muoz iemer und iemer mére an iu sin.« Findet sich auf diese Weise bei Berthold die Lehre, welche das Fundament der katholischen Hierarchie geworden ist, so treffen wir ebensogut die an, welche das Gebäude derselben gekrönt hat, die Lehre von der päpstlichen Vollgewalt. Ganz der bekanuten Doktrin Leos d. G. gemäss sagt er(p. 111 und ähnlich p. 361):» mac der bàbest in allen landen niht gesin, unde von muoz ein ieglich laut geistliche léerer hän, und halt ein ieglich kristenmensche mac geistlicher lére niht enbern. Unde von haàt der bäbest bischöve und ander pfaffeheit gesetzet unde in geistliche lére verlihen, daz sie den gewalt haben ze binden unde ze enbinden.«

Wir würden nun von dem neuen Leben der Erlösten zu sprechen haben. wie es sich nach