Jahrgang 
1915
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o Richard Koellein hat sich durch seine Erkrankung veranlaßt gesehen, für 1. April d. J. seine Verseßung in den Ruhestand nachzusuchen. Dreizehn jahre hat er als Oberlehrer unserer Schule angehôrt, nachdem er ihr schon im Sommer 1802 während 5 Monatfe als wiss. Hilfslehrer gedient hatte. Seine dsthetfisch-feinfühlige Art und seine für alles Kunst- schöne begeisferte Seele hat er in den Dienst unserer jugend gestellt und ihr stets mit aufrichftigem Wohlwollen und großem Verständnis für ihre Eigenartf gegenüber gestanden. Sie zu efwas Hôoheren heraufziehen wollte er, ihr etwas Besonderes zu biefen versuchte er. Das zeigten namentlich seine Morgenandachten, denen er seine Besonderheit aufzupragen wußte und die darum wirksam waren. Ganz besonders dankenswert bleibt aber Professor Koelleins Bemühen, das Innere unseres Schulgebâudes, zumal einzelne Klassenraume, mit Bildern auszustaften, an denen die Schuljugend Freude und Belehrung noch lange Zeif haben und finden wird. Môchte ihm ein friedevoller, ihn selbst und andere beglückender Ruhe- stand beschieden sein.

Militärische Stellung der zum Heeresdienst einberufenen Lehrkräite:

Direktor Dr, Heep, Oberleutnant und Kompagnieführer im Landsturm-Ersatzbataillon Weßhlar IlI.

Professor Dr. Gloel, Leutnant im Landsturmbataillon Wetzlar Il.

Professor Kolb, Hauptmann und Kompagniechef im Landsturm-Bataillon Wekzlar l, Z. ZI. vor Anftwerpen.

Professor Braß, Hauptmann und Bataillonsführer im Gefangenenlager Weßlar.

Professor Dr. Hippenstiel, Hauptmann d. L., zuerst Führer einer Landwehrkom- pagnie im Oberelsaß, z. ZI. Kreischefadjutant zu Bastogne in Belgien.

Professor Dr. Wenzel, Offlzierstehlvertreter im Landsturm-Bataillon Saarlouis II, 2. Zt. in Namur.

Professor Claus, Leufnant d. L. im Landsturm-Ersatzbataillon Saarlouis Il.

Oberlehrer Dr. Hahn, Leutnant d. B. im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 31.

Lehrer am Gymnasium Henrich, Unteroffizier beim Ersatzdepot des Infanterie- Regiments Nr. 116.

2. Das Schulleben.

Im ersten Driftel des Schuljahrs bof das Leben der Schule nichts Besonderes. Die Besichtigung der Anstalt, die Herr Geh.-Rat Dr. Nelson am 5. Mai begonnen hafte, konnfe schon am folgenden Tage nicht fortgesetzt werden, weil Geh.-Rat Nelson telegraphisch abgerufen wurde. Die heißen julitage forderten wiederholt den Verzicht auf den weiteren Unterricht schon von Mittags 115 ab, so am 2., 5., 13. und 15. juli, ebenso auch am 20. und 21. Am 14. juli haften die Klassenausflüge stafttgefunden. Die Ol unter ihrem Klassen- leiter, Prof. Dr. Glo, dem sich der Direktor anschloß, besuchte Ems, Braubach und Coblenz; die Ul mit Prof. Dr. Hippenstiel die Edertalsperre. Prof Kolb mit OlIl hatfte das ähn- liche Ziel wie die Ol, die Marksburg und Coblenz, erreichte es aber auf zum Teil ganz anderem Wege. Mit der UII blieb DProf. Claus mehr in der Nähe, fuhr nach Büdingen