Jahrgang 
1915
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17 und marschierte von dort nach Gelnhausen. Die OIIl besuchte unter Führung von Dr. Hahn, dem sich Kandidat Wetzlar angeschlossen, über Anspach und den Cr. Feldberg die Saal- burg und Lochmühle. Mit ihrem Klassenleiter Krüger ging der Ausflug der UIIl gleich- falls nach der Saalburg, zurück aber über Bad Nauheim. Die IV führte Dr. Beck über Hohlen- fels zur Schaumburg und von da nach Balduinstein und Diez, und die V ging mit ihrem Klassenlehrer über Hasselborn nach Bodenrod und Butzbach. Die VI aber marschierfe bis zur Dianaburg, von dortf nach Ehringshausen, von wo ab sie erst die Eisenbahn benutzte. Ihre Führung hatfte Dr. Luckhard.

Außerdem wanderten noch ôöfters Samstagsnachmitftag Dr. Luckhard und Dr. Hahn ebenso wie Henrich mit Schülern verschiedener Klassen durch Feld und Wald. So kam das Ende des juli und mit ihm das große Cewaltige, das völlig ungeahnte Neue der Krieg. Weil infolge der Mobilmachung die durch Wetzlar führenden Eisenbahnen von der Heeresleitung sehr bald in Beschlag genommen werden sollten, wurde der Unterricht schon am 5. Aug. geschlossen. Der Direktor hielt dabei eine dem Ernst der Zeitf entsprechende Andacht und entließ die Schüler mit ergreifenden Hoffnungen und Wünschen für Kaiser und Reich. In der zweiten Ferienwoche fand zweimal am 8. und am 11. und 12. August eine Notreifeprüfung unserer Oberprimaner staftt. Außer den 14, die hier bei uns bestanden, waren noch 4 andere, v. d. Croeben, v. Ketffler, Graf Schwerin und Timmme, die zur Prü- fung hierher zu gelangen nicht mehr ermôglichen konnten, von anderen Anstalten zur Pri- fung zugelassen und ebenfalls für reif erklärt worden. So fraten soforf 18 Oberprimaner von unserer Schule als Kriegsfreiwillige oder Fahnenjunker ins Heer. Denen schlossen sich aber noch einige Unterprimaner: Heinz, Hirschhorn, Schreiber und 7 Obersekundaner an: Oroth, Henrich, Hofmann l, Hutfel, Kling, Matoni, Schroeder, und zwar diese zum Dienst mit der Waffe und einer, Manskopf, der in den Lazareffdienst eintrat. Im ganzen waren das 20 Schüler.

Doch die Ferien sahen auch eine Große Zahl der noch nicht kriegsdienstfähigen Jugend im ernsten vaterländischen Dienste. Unermüdlich waren viele von ihnen in dem oft recht ansfrengenden Bahnhofsdienst. Als Radfahrer für wichtige Bestellungen, für Handrei- chungen beim Einfreffen der Züge mit Verwundeten, der Speisung von Durchziehenden betdo- tigten sie sich, einzelne auch als Gehülfen bei der noftwendigen Erntearbeit, und verdienfen sich dadurch Dank und Anerkennung. Mit immer neuer Begçeisterung geleiteten sie die immer neuen zum Heere einberufenen Scharen mift Marschliedern zum Bahnhof oder jubel- ten mit der Menge des Volks bei dem Eintfreffen der immer neuen Siegesnachrichten. Fast ungewohnt erschien unsrer Schülerwelt dann die geregelte Schularbeitf, als sie am 10. Sept. wieder aufgenommen wurde. Man freute sich, wenn man am Morgen das eben erschienene neueste Extrablaft für den Lehrer auf das Klassenpult legen und ihn dadurch zu einer Xußerung über die Kriegslage veranlassen konnfe. Denn wie die Schüler, so waren auch die Lehrer von den Kriegsgeschehnissen ganz erfüllt.

Am 30. Okt. wohnte der Domkapitular Dr. Keil aus Trier im Auftrage der bischôf- lichen Behörde dem kath. Peligionsuntferrichte in allen 5 Abteilungen bei und richfefte danach an sämtfliche kath. Schüler, die in der Aula versammelt waren, eine recht beherzigens- werte Ansprache.