Jahrgang 
1902
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Berlin, den 17. Dezember 1901. Dem Oberlehrer Dr. Heinrich Gloél wird der Charakter als Professor verliehen.

Coblenz, den 22. Dezember 1901. Der Oberlehrer Dr. Tietzel ist vom 1. April 1902 ab an das Königliche Kaiser Wilhelms-Gymnasium zu Trier versetzt.

Coblenz, den 23. Dezember 1901. Der Oberlehrer Koellein an dem Königlichen Kaiser Wilhelms-Gymnasium zu Trier ist vom 1. April 1902 ab an das hiesige Gymnasium versetzt.

III. Zur Geschichte des Gymnasiunms.

Das Schuljahr begann am 24. April 1901. Die Pfingstferien dauerten vom 26. Mai bis zum 3. Juni, die Sommerferien vom 8. August bis zum 11. September, die Weihnachtsferien vom 22. Dezember 1901 bis zum 2. Januar 1902 einschließlich.

Zum Anfang des Schuljahres wurden die beiden Hilfslehrerstellen in Oberlehrerstellen um- gewandelt. Eine derselben ward dem Oberlehrer Dr. Wilhelm Hippenstiel, der bis dahin Oberlehrer am Gymnasium zu Moers gewesen war, übertragen; die andere verwaltete vorläufig der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Saftien, der im vorhergehenden Schuljahre an dem städti- schen Gymnasium zu Bonn beschäftigt war. Derselbe ging nach dem Schluß des Sommerhalb- jahres an das Gymnasium zu Neuwied über; dagegen ward der Oberlehrer Heinrich Claus von Neuwied an die hiesige Anstalt berufen und am 12. September in das Lehrerkollegium eingeführt. Unter dem 17. Dezember wurde dem Oberlehrer Dr. Gloëοô1 der Charakter als Professor zuerkannt, bei der Feier des letzten Krönungs- und Ordensfestes von Seiner Majestät dem Könige dem Ober- lehrer und Hauptmann d. L. Brass der rote Adlerorden 4. Klasse verliehen.

Mit Beginn des Sommerhalbjahres trat ein neuer Lehrplan an Stelle des seit 1892 maß- gebenden in Kraft, auch war es im Laufe des Schuljahres möglich, die damit zusammenhängenden Lehraufgaben wenigstens zum Teil zur Durchführung zu bringen. Der neue Lehrplan zeigt in Quarta eine, in Obersekunda und Prima je zwei Stunden mehr als der vorige Plan. Nachdem im Jahre 1900 das Gymnasium, das Realgymnasium und die Oberrealschule in der Erziehung zur allgemeinen Geistesbildung und hinsichtlich der Vorbereitung zum akademischen Studium als gleichwertig amtlich anerkannt worden waren, durfte die Eigenart des Gymnasiums kräftiger betont werden und das Lateinische eine Verstärkung erfahren. In Quarta und den beiden Tertien ward die Zahl der Lateinstunden von 7 auf 8 erhöht, in Obersekunda und Prima sind die seither schon gestatteten 7(statt 6) Lateinstunden nun allgemein festgesetzt. Im griechischen Unterricht kommt neben der ästhetischen Auffassung auch die den Zusammenhang zwischen der antiken Welt und der modernen Kultur aufweisende Betrachtung zu ihrem Recht(zu diesem Zwecke wird in I ein besonderes griechisches Lesebuch eingeführt), dagegen sollen weniger wichtige Formalien