Jahrgang 
1929
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nach der richtigen Form und Farbe. Dabei wurde der Eigenart und beſonderen Ausdrucksweiſe der Schüler reichlich Spielraum für ſelbſtändige Tätigkeit gelaſſen. Hauptarbeitsgebiete waren

für Ulll: die Grundformen zeichneriſcher Darſtellung(Wagerechte, Senkrechte, Rechteck, Quadrat uſw.) in der Landſchaft als reines Gedächtnis⸗- und Vor⸗ ſtellungszeichnen; die ſchematiſche Darſtellung der menſchlichen Geſtalt; Schneide⸗ und Klebübungen mit Buntpapier; Einführung in das Maßſtabzeichnen; für OlIl: Landſchaftszeichnen nach leichten Motiven der Umgebung; Blockſchrift und deutſche Eckſchrift(Schwabacher); für UIl: Landſchaftszeichnen nach Motiven der Umgebung; Federzeichnen nach Gedächtnis und Vorſtellung; gebundenes Zeichnen(Abwicklung, rechtwinkl. und ſchiefwinkl. Projektionen); abſchließend wurde die neue Friedhofskapelle(Ganzausmalung in Fresko) beſichtigt.

Auch auf der Oberſtufe wurde im Sommer beſonderer Wert auf das Er⸗ kennen von Form und Farbe in der freien Natur gelegt. Aquarell- und Blei ſtiftarbeiten(nach einfacheren Motiven) wurden grundſätzlich nur im Freien angefertigt. Im Winter wurde dann ein Teil der gemachten Studien im Zeichen ſaal bildmäßig ausgewertet, wobei auch andere Techniken herangezogen wurden. In Oll traten Phantaſie und Gedächtnis wieder in die gebührenden Rechte, während auf Prima im letzten Teile des Schuljahres das Studium der menſch⸗ lichen Geſtalt in ruhender(ſtehender und ſitzender) Stellung im Vordergrunde zeichneriſcher und maleriſcher Betätigung ſtand.

Muſikpflege: Der ſtimmlichen Entwicklung wurde ſorgfältig Rechnung getragen. Die Schüler der III. wurden in die Notenkenntnis und in die Dur⸗ und Molltonarten eingeführt; kleine Übungen und lautliche Schulung bereiteten das Volkslied(einſchl. Choral) vor. Solfeggien und das begleitete Kunſt⸗ lied Schubert, Schumann, Brahms, Löwe(Balladen) ſind Stoff der II., der auf der Prima in geſteigerter Schwierigkeit fortgeſetzt wird. Alle Schüler wurden mit den Formen der Muſik vom Lied und Tanz bis zum Sonatenſatz und den zuſammengeſetzten Formen, wie Suite, Sonate, Symphonie, Oper, Ora torium, ſowie mit dem Leben und den Werken der Meiſter bekannt gemacht. Die älteren Schüler lernten die geſchichtliche Entwicklung der Tonkunſt verſtehen.

Chor: Alle Schüler nahmen daran teil. Beſonders wurde das Volks lied und der einfache Kunſtchor gepflegt(nach Sering-Thiele's Chorbuch). Die Mädchen bildeten eine wertvolle Ergänzung der Sopran und Alt⸗Knabenſtimmen.

Inſtrumental-Unterricht. Es beteiligten ſich 12 Schüler am Klavier⸗ und 4 am Violinunterricht.

Die Leibesübungen werden an der Anſtalt ſeit ihrem Beſtehen beſonders gepflegt, wozu die vorhandenen erſtklaſſigen Anlagen die beſte Grundlage abgeben.

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