Jahrgang 
1905
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Es ist hochinteressant zu lesen, wie planmässig von der Preussischen Regierung alles geordnet war, wie alles am Schnürchen ablief.

Der Geschäftsgang war folgender.

Die Preussische Regierung zeigte den Landesregierungen der Staaten, durch welche die Emigrantentransporte giengen, generaliter den bevorstehenden Durchzug derselben an und bat um freundliche Aufnallme und Unterstützung.

Alsdann teilten die Landesregierungen dies den Stadt- und Landgemeinden mit, unter An- weisung, für Aufnahme, Unterbringung und Verpflegung der Emigranten bestens Sorge zu tragen, auch den nötigen Vorspann bis zur nächsten Etappe zu stellen.

Hierauf trifft von der zweiten Etappe vorher, in Eisenach also von Meiningen aus, eine Meldung des Preussischen Kommissars ein, auf welcher Strasse und zu welcher Stunde der betreffende Transport in Eisenach anlangen wird. Das Schreiben ist in sehr höflicher Form abge fasst und appelliert ganz besonders an das evangelische Bewusstsein der Landesbewohner.

An der Landesgrenze werden die Transporte von Kommissaren der Landesregierung, an der Grenze des Weichbildes der Stadt oder noch vorher von einer Abordnung der Gemeindebehörden in Empfang genommen und feierlichst eingeholt.

Beim Abzug lässt sich der Preussische Kommissar von der Ortsbehörde ein Zeugnis über das Wohlverhalten der Emigranten während ihres Aufenthaltes ausstellen und quittiert dankend über alles, was die Emigranten erhalten haben.

No. 13. 1732. 24. August. Bericht des Stadtschreibers Wolf über Empfang und Aufenthalt des zweiten Emigranten- transportes. Verlauf wie beim ersten Transport.

No. 14. 1732. 25. August. Bericht desselben p. Wolf betr. Weitermarsches der Em. über Mihla(Gottesdienst und Speisung), Kammerforst, Langula, Nieder-Dorla. Empfang in Mühlhausen.

No. 15. eod. Schreiben der Herzogl. Regierung an den Rat zu Eisenach. Anweisung von Geldern zur Verteilung an die Emigranten.

No. 16. eod. Der Rat zu Eisenach bescheinigt dem Preussischen Kommissar Marck, dass die Emigranten sich in Eisenach wohl aufgeführt haben.

No. 17. 1732. 26. August. Bericht des Rates der Reichsstadt Mühlhausen an den Rat zu Eisenach über den Empfang: der Emigranten.

No. 18. eod. Der Rat zu Meiningen an den Rat zu Eisenach. Anzeige, dass Meininger Bürger mehrere junge Emigranten zurückbehalten haben, um sie ein Handwerk lernen zu lassen. Dasselbe ist in Salzungen vorgekommen.,(cf. No. 20).

No. 19. 1732. 7. Septbr. Der Preuss. Kommissar Brückner meldet den 3. Transport an und bittet um Aufnahme.

No. 20. 1732. 8. Septbr. Ratsprotokoll. Ordnung des Empfanges von über 1900 Emigranten, die von Salzungen über Schweina und Gumpelstadt kommen und in Waldfisch durch Abgesandte des Rates übernommen werden. Einholung, Empfang, Verpflegung etc. wie früher.

No. 21. Abdruck des Wanderliedes der Emigranten.

No. 22. Marschroute des 3. Transports von Eisenach ab:

10. September: Langensalza.

11. Mühlhausen.

12. Amt Keula.

13. Nordhausen.

14. 3 Rasttag daselbst.

15. 3 Weitermarsch ins Magdeburgische.