Jahrgang 
1886
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gegenwurtig hat, beschafft. Durch diese Vereinigung ist neben dem wissenschaftlichen Gewinn auch ein wertvoller und fruchttragender Besitz für die Stadt Eisenach geschaffen, welcher mit dem ge- ringen Kostenaufwand von 9700 Mk., der zum Ausbau der Predigerkirche erforderlich ist, nicht zu teuer bezahlt wird.(Im Vorstehenden ist zum Teil wörtlich der vom Landgerichtspräsidenten Herrn J. Appelius hier verfasste Bericht des Finanzausschusses benutzt, wie derselbe in den Landtags- verhandlungen 1886, Schriftenwechsel S. 168 170 abgedruckt ist.) Es möge ausserdem gestattet sein, hier die Worte zu wiederholen, welche Se. Excellenz der Staatsminister Herr Dr. Th. Stichling den Darlegungen des Berichterstatters unter anderem hinzufügte;so hoffe ich denn, dass diese neue Einrichtung jedenfalls in weiteren Kreisen, auch über den Kreis der Stadt Eisenach hinaus, ein Bil- dungsmittel bieten wird, das sicherlich seine Früchte tragen wird.

Da durch den Weggang des Herrn Professor Menge eine ordentliche Lehrerstelle erledigt wird, so machte sich eine Neubesetzung nötig. Durch Verfügung des Grossh. Staatsministeriums vom 12. März d. J. wurde der Direktion mitgeteilt, dass Se. Königl. Hoheit der Grossherzog den Dr. Ludwig Nicolai, seither Lehrer an der höheren Bürgerschule in Neustadt a. O., von Ostern ab zum ordent- lichen Lehrer am hiesigen Gymnasium ernannt haben.

Herr Dr. Nicolai ist in Thoerey(im Herzogtum Sachen-Gotha) geboren und wurde auf dem Gymnasium Ernestinum zu Gotha vorgebildet. In Jena studierte er klassische Philologie, Französich, Geschichte und Philosophie, bestand dort die Staatsprüfung und erwarb sich durch eine Abhandlung: die Pädagogik Quintilians die Doktorwürde. Nach Beendigung des Probejahres war er zwei Jahre als wissenschaftlicher Hilfslehrer am Carl-Alexander-Gymnasium in Jena beschäftigt und ward Ostern 1883 als ordentlicher Lehrer an der höhern Bürgerschule in Neustadt a. O. angestellt.

Die schon von Ostern ab einstweilen eintretende Teilung der Prima erforderte noch eine neue Lehrkraft. Durch Verfügung des Grossh. Staatsministeriums vom 24. März d. J. ist Dr. Hermann Heubach zur Ableistung des vorschriftsmässigen Probejahres am Gymnasium zugelassen worden und zugleich mit der Vertretung einer vollen Lehrerstelle beauftragt.

Herr Dr. Heubach ist auf dem Weimarischen Gymnasuim vorgebildet, hat sich in Jena und Berlin philologischen Studien gewidmet und am 25. Februar d. J. die Staatsprüfung in Jena bestanden, nachdem er durch eine im Druck erschienene Schrift: Commentarii et indicis grammatici ad Iliadis scholia Veneta A specimen I. 1885 die Würde eines doctor philosophiae erworben hatte.

Durch Verfügung von demselben Tage ist der Kandidat des höheren Schulamts Gustav Friedrich dem Gymnasium als Probekandidat zugewiesen worden. Herr Friedrich erhielt auf der lateinischen Schule der Franckeschen Stiftungen in Halle a. S. und auf dem hiesigen Gymnasium seine wissenschaft- liche Vorbildung, widmete sich in Berlin und Jena philologischen und geschichtlichen Studien und hat am 26. Februar d. J. die Staatsprüfung in Jena bestanden.

II. UNTERRICHT.

Im neuen Schuljahr wird der Lehrplan vom 22. März 1883(vgl. den Jahresbericht 1883 S. 9) in der Weise weiter durchgeführt, dass in Untersekunda dem Griechischen 7 Stunden, dem Lateinischen 8 Stunden zufallen.

Ubersicht der im Schuljahr 1885 1886 behandelten Gegenstände.

Prima. Klassenlehrer: der Direktor.

Lateinisch 8 St.: Tacitus Agricola. Cicero pro Milone, pro Ligario. 4 St. Anleitung zur Abfas- sung des lateinischen Aufsatzes, grammatische Wiederholungen, acht Aufsätze, Exercitien, Extem- poralien, UÜbungen im lateinischen Sprechen mit Zugrundelegung von Cornelius Nepos. 2 St.