November eingezogen. So blieben nur noch die Herren Dr. Bromm und Mittelstaedt übrig, die gegen Weihnachten dem Pädagogischen Seminar des Königlichen Gymnasiums zur weiteren Ausbildung überwiesen wurden, aber den ihnen vertretungsweise übertragenen Unterricht an der Oberrealschule beibehielten. Anfangs Februar wurde Herr Dr. Bromm zur Aushilfe an die Realschule zu Geisenheim überwiesen.
5. Kuratorium.
Dem Kuratorium der städtischen höheren Schulen, dem die Leitung der äußeren Angelegenheiten der Anstalt untersteht, gehörten im Berichtsjahre folgende Mitglieder an: Beigeordneter Körner(Vorsitzender); Direktor Dr. Höfer, Direktor Professor Anacker, Direktor Professor Dr. Walther,(ständige Mitglieder); die Stadträte Hees, Burandt, Castendyck, sowie die Stadtverorduneten Justizrat Dr. Alberti, Dr. Drey er und Dr. Bergmann(gewählte Mitglieder). Leider verlor es bald nach Kriegsbeginn ein ebenso arbeitsfreudiges wie sachkundiges Mitglied in der Person von Herrn Direktor Walther, der am 3. September an der Spitze seiner Landwehrkompanie in den Vogesen fiel.
6. Kriegschronik.
Da das Ende des Krieges leider noch nicht abzusehen ist, so kann auch ein voll- ständiger Bericht über die persönliche Beteiligung der Lehrer und Schüler der Anstalt am Kriege an dieser Stelle noch nicht gegeben werden. Wir beschränken uns daher auf eine kurze Ubersicht dessen, was bis zum Schluß des Schuljahres in dieser Hinsicht bekannt geworden ist, und hoffen im nächsten Jahresbericht eine endgültige Darstellung
geben zu können. a) Lehrkörper.
Von den 27 ständigen Mitgliedern des Lehrkörpers wurden gleich zu Begiun des Krieges 5 Herren zum Heeresdienst eingezogen. Professor Dr. Mahlinger rückte als Hauptmann einer bayrischen Landwehrkompanie mit nach Lothringen und tat Dienst in der Front bis Ende Oktober, wo er einem Ersatzbataillon zugeteilt wurde. Professor Abt zog als Oberleutnant und Führer einer Landsturmkomnpanie nach Belgien: er ist inzwischen zum Hauptmann befördert worden. Professor Dr. Meyer wurde zur Dienst-— leistung bei einem hiesigen Ersatzbataillon als Unteroffizier eingezogen. Oberleherer Dr. Bösser nahm als Leutnant der Landwehr an den Kämpfen in den Vogesen teil und wurde später als Oberleutnant einem Ersatzbataillon hier zugeteilt. Oberlehrer Pauly rückte als Adjutant einer Linienkommandantur ins Feld, wo er noch steht, inzwischen zum Oberleutnant befördert. Oberlehrer Dr. Hollack trat bei Kriegsausbruch als Kriegsfrei- williger ein, wurde aber leider schon in den ersten Tagen durch einen beim Ausbildungs- dienst erlittenen Unfall dienstuntauglich und trat im Herbst wieder zum Schuldienst ein.
Im September wurde Zeichenlehrer Reitz als Landsturmunteroffizier eingezogen und nahm dann längere Zeit an den Kämpfen im Osten teil, wo er zum Vizefeldwebel be- fördert wurde.
Vorschullehrer Maurer, der eine Zeitlang als Landsturmmann eingezogen war, wurde gegen Weihnachten entlassen und widmete sich dann neben seinem Unterricht der Aus— bildung von Sanitätshunden.
Der mit dem 1. Oktober in den Lehrkörper neu eingetretene Oberlehrer Dr. Dürre war schon am 6. August beim Sturm auf Lüttich schwer verwundet worden und ist seit-— dem in Göttingen; er wird aller Voraussicht nach wieder völlig dienstfähig werden,


