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Zu Neujahr traten freiwillig die Oberlehrer Dr. Himpel und Bleisch in den Heeres- dienst ein, ersterer als Unteroffizier und Offiziersaspirant bei einem Fußartillerie-Regiment (jetzt Vizefeldwebel), letzterer als Krankenpfleger, nachdem er an einem Ausbildungskurs teilgenommen hatte. Er tut zurzeit in einem Feldlazarett in Frankreich Dienst.
Der wissenschaftliche Hilfslehrer Schwalm und der Probekandidat Lohmann rückten sofort mit ihren Regimentern ins Feld; ersterer steht jetzt als Unteroffizier im Westen; letzterer wurde beim Sturm auf Maubeuge verwundet.
Von den 7 Mitgliedern des Pädagogischen Seminars wurde Herr Dr. Kühn als Vize- feldwebel der Reserve sofort eingezogen und ging mit einer Pionierkompanie nach dem Westen. Hier wurde er Offizier und nahm an dem Sturm auf Massiges teil, wo er ver-— wundet wurde. Die Herren Dr. Edel, Dr. Lenhardt und Dr. Perron traten als Kriegs- freiwillige ein und rückten bald ins Feld; die beiden letzteren sind verwundet worden. Herr Dr. Schmidt wurde im November als Ersatzreservist ausgebildet und steht nunmehr auch im Felde.
b) Schuldiener.
Der Schuldiener unserer Anstalt, Herr Lengwenus, wurde bei Beginn des Krieges als Feldwebel einer Landsturmkompanie eingezogen, trat dann als Offizierstellvertreter zum Ersatzbataillon eines Infanterieregiments über und ging als solcher im Januar an die Westfront. Hier wurde er inzwischen zum Feldwebelleutnant befördert.
e) Schüler.
In echt jugendlicher Begeisterung drängten sich sofort bei Ausbruch des Krieges eine große Anzahl Schüler der Oberklassen zum Waffendienst. Fast selbstverständlich erschien es für die Oberprimaner, anch wenn die Notreifeprüfung hier nicht als Lohn gewinkt hätte. Aber auch aus den anderen Klassen bis herab zur Untersekunda meldeten sich Schüler, die mit Einwilligung ihrer Eltern zu den Fahnen eilten; der jüngste dieser Kriegsfreiwilligen war ein 16 Jahre alter Untersekundaner, der mit dem Vater und dem älteren Bruder zugleich eintrat.
So sind folgende 52 Schüler von der Schulbank weg zum Heeresdienst eingetreten: aus Oberprima a: Hans Adrian, Alfred Döring, Karl Hanß, Willy Held, Karl Ihmig, Erich Kleinicke, Julius Lippert, Engelbert Massing, Otto Müller, Wilhelm Nather, Georg Ottes, Ernst Pohle, Willi Richter, Karl Schäfer, Paul Wehner, Max Wiuter; aus Oberprimab: Kurt Diels, Karl Hatzmann, Wilhelm Haupt, Karl Hermann, Adolf Kahnt, Adolf Kempf, Heinrich IL. eimbach, Paul Lotz, Paul Michel, Fritz Poths, Gerhard Schaefer; aus Unterprima: Rudolf Brück, Wilhelm Gras. Hugo Hänßgen, Alfred Heuß, Frit⸗ Jung, Heinrich Korn, Karl Ritter, Franz Stephan, Adolf Wentzel, Friedrich Wittenstein; aus Obersekunda: Friedel Christ, Georg Giloi, Emil Jacob, Wilhelm Kreßmann, Friedrich Kuhn, Max Lensch, Friedrich Linde, Heinrich Massing, Rudolf Reese, Walter Zerlett; aus Untersekunda: Ludwig Draser, Walter ILotz, Harry Preisel, Heinrich Wetzen- stein, Franz Winter.
Da die Schule im ganzen 466 Schüler(ohne die Vorschüler) zählte, sind somit über 11 v. H. als Kriegsfreiwillige eingetreten. Einige wenige von ihnen sind später wegen Krankheit wieder entlassen worden oder waren von vornherein nur garnisondiensttauglich; die weit überwiegende Mehrzahl aber ist schon nach verhältnismäßig sehr kurzer Aus- bildungszeit vor den Feind gekommen, viele von diesen sind verwundet worden, und einige haben in dem heiligen Kampf für das Vaterland ihr Leben gelassen.


