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Schüler unterzogen sich in den Tagen vom 10.—12. August der schriftlichen Prüfung. Auf Grund der Erfahrungsnoten und des Ergebnisses der schriftlichen Prüfung wurde ein Unterprimaner von der weiteren Prüfung zurückgewiesen, ein anderer trat auf den ihm erteilten Rat hin freiwillig zurück, während 10 Oberprimaner von der mündlichen Prüfung befreit wurden; die übrigen 12 bestanden mit einer Ausnahme die am 13. August ab- gehaltene mündliche Prüfung. Somit hatten von 20 Primanern 26 die Notreifeprüfung bestanden.
Von den übrigen Schülern der Anstalt, die als Kriegsfreiwillige in das Heer eintraten, wurde noch 6 Unterprimanern die Reife für Oberprima, 8 Obersekundanern die Reife für Unterprima, 5 Untersekundanern die Reife für Obersekunda zugesprochen.
Von 19 Nichtschülern, die vor ihrem Eintritt in das Heer noch die wissenschaftliche Reife für den einjährig-freiwilligen Heeresdienst nachweisen wollten, bestanden 15 diese Prüfung. Sie erhalten, wenn sie in das Heer eingetreten sind, auf Grund dieser Prüfung nach dem Feldzug den Berechtigungsschein.
Ein Nichtschüler, der als Fahnenjunker in das Heer eintreten wollte, bestand anfangs Oktober die Prüfung der Reife für Prima.
Im September wurden 2 Nichtschüler, Rudolf Eichmann von hier und Philipp Sonntag von Frankfurt, zur Ablegung der Notreifeprüfung überwiesen. Beiden konnte das Zeugnis der Reife zugesprochen werden.
Am 8. Februar wohnte der Dezernent der Austalt, Herr Ober- und Geheimer Regierungs- rat Dr. Paehler, dem UÜnterricht in mehreren Klassen bei.
Nachdem von den allein auf der Schule verbliebenen 3 Oberprimanern einer anfangs Februar nach Errreichung des 17. Lebensjahres auch in das Heer eingetreten war, blieben für die regelrechte Reifeprüfung nur noch 2 Oberprimaner(einer davon ist russischer Untertan) übrig. Die schriftliche Prüfung fand in den Tagen vom 22. bis 26. Februar, die mündliche unter dem Vorsitz des Direktors am 16. März statt; beide Prüflinge be— standen.
Die Versetzung nach Obersekunda und damit die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Heeresdienst erhielten im Herbst 1I, am Ende des Schuljahres 51 Schüler; von letzteren wollen 22 die Schule weiter besuchen.
3. Das Lehrerkollegium.
Im Bestand der festangestellten Mitglieder des Lehrkörpers trat im Berichtsjahr dadurch eine Anderung ein, daß Herr Professor Schlosser sich durch das schwere Leiden, das ihn schon seit längerer Zeit an der vollen Ausübung seines Berufs hinderte, genötigt sah, um seine Versetzung in den Ruhestand zu bitten, die ihm zum 1. Oktober gewährt wurde. Mit aufrichtigem Bedauern sah die Anstalt einen Mann von ihr scheiden, der vom Anfang ihres Bestehens an mit regstem Eifer und bestem Erfolg an ihrem Aufbau mithalf und durch seine wissenschaftliche Tüchtigkeit wie durch sein persön- liches Wesen durchaus befähigt war, der Jugend viel zu bieten. Leider zwang ihn Krank- heit, dem von ihm über alles geliebten Beruf zu entsagen in einem Alter, da der gesunde Mensch in der Vollblüte seiner Kraft steht. Uns, seinen Amtsgenossen, wird das stille Heldentum, mit dem er jahrelang den schweren Kampf gegen das Leiden führte, und die entsagungsvolle Pflichttreue, mit der er nur seinem Berufe lebte, ein stetes Vorbild sein, und unsere besten Wünsche begleiten ihn in den Ruhestand. In Anerkennung


