Jahrgang 
1899
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III. Chronik der Anstalt.

Das Schuljahr wurde Montag den 18. April 1898 mit der Aufnahmeprüfung der Neu- eintretenden eröffnet. Anfang des Unterrichtes den 19. April 8 Uhr mit Schulandacht und Verlesung der Schulgesetze.

Durch Verfügung des K. P. S. C. vom 16. April 1898 wurden die Herren Kandidaten Dr. Metzen und Klemme dem Königlichen Realgymnasium zur Abhaltung des gesetzlichen Probejahres überwiesen. Die Einführung derselben fand in vorgeschriebener Weise am 19. statt. Die Herren Dr. Schmitthenner und Dr. Kiesel hielten den Verband mit der Schule während des ganzen Jahres durch einige freiwillige Stunden aufrecht; Herr Kandidat Wallenfels wurde auf ein weiteres Jahr nach England beurlaubt.

Am 16. April 1898 starb der Untersekundaner Fritz Meineke an einem langwierigen Nierenleiden. Die Anstalt betrauert in ihm den Verlust eines braven, vielversprechenden Schülers; Lehrer und Mitschüler, soweit sie benachrichtigt werden konnten, gaben ihm das Trauergeleite.

Durch Allerhöchsten Erlaſs vom 23. April 1898 wurde den Herren Professoren A. Schmidt, Kühn und Leifs der Rang der Räte IV. Klasse verliehen, desgl. am 28. November Herrn Prof. Ruppel.

Die Pfingstferien dauerten vom 28. Mai bis zum 6. Juni incl.

Die Klassenausflüge fanden am 7. Juli statt.

Die VI. wanderte mit ihrem Ordinarius, Herrn Oberlehrer Schedtler, zum Waldhäuschen und nach Adolfs- ruhe, wo sie gegen 10 Uhr eintraf, sich an den mitgebrachten Vorräten und den Beeren des Waldes erquickte und dann dem Spiele oblag. Rückkehr über Platte und Leichtweishöhle gegen 3 Uhr.

Fast denselben Weg machte auch die V. unter ihrem Ordinarius Herrn Weber, doch kam sie bis zur eisernen Hand und kehrte von dort über die Platte gegen 6 Uhr nach Hause zurück.

Herr Oberlehrer Dr. Schneider führte seine IV. über Fasanerie und Chaussechaus, zum Grauen Stein und nach Rauenthal, wo man von der Bubenhauser Höhe eine herrliche Aussicht hatte. Uber Neudorf und Frauen- stein war man gegen 6 Uhr wieder in Wiesbaden.

Die III. B. fuhr mit Herrn Oberlehrer Dr. Klinkert per Bahn nach Chausseehaus und wanderte dann ohne Unterbrechung über Schlangenbad zur Hallgarter Zange, wo eine schöne Aussicht und reichliche Waldbeeren gleichmäfsig lohnten und erquickten Nach 2 Stunden Aufenthalt und Spiel war man gegen 1 Uhr in Eberbach, wo das Mittagsmahl trefflich mundete. Nach eingehender Besichtigung aller Schenswürdigkeiten ging es am Eichberg-vorbei nach Kiedrich und Eltville, von wo aus die Bahn die Müden heimführte. Unkosten für Mittagessen und Fahrt 1 Mk.

Eine recht empfehlenswerte und auch nicht zu anstrengende Tour machte Herr Oberlehrer Rosen- kötter in Begleitung des Herrn Kandidaten Klemme mit seiner III. A über Soden(Bahn) und Falkenstein zum Altkönig und über den Fuchstanz nach Königstein, wo man bereits um 1 Uhr eintraf und bei Prochasky gutes und preiswürdiges Unterkommen fand. Rückkehr nach Wiesbaden über Ehlhalten und Niedernhausen(Bahn!) um 7 Uhr 22 Min.

Die II. B. unter Herrn Dr. Höfer hatte sich nahezu dieselbe Tour gewählt wie die vorigjährige II. B., nämlich eine Fahrt nach dem Donnersberg(s. Progr. 1898), doch war die Verpflegung in Villa Donnersberg,