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Sein Promotion erfolgte im September 1858 an der Univerſität Gießen.
Erweitert wurde das Lehrerkolleg durch den am 1. Juni 1864 erfolgten Eintritt des Lehrers Diehl, welcher bis dahin an der Mittelſchule wirkte, und durch Hohes Reſkript vom 20. Mai an unſere Anſtalt verſetzt worden iſt.
Die Lehrerin Frl. Rochel wurde durch Hohes Reſkript vom 14. December 1864 definitiv an⸗ geſtellt.
Sr. Hoheit der Herzog ernannten gnädigſt den Unterzeichneten durch Miniſterialreſtripe vom 16. Auguſt 1864 zum Mitgliede der Kommiſſion zur Prüfung der Kandidaten des höheren Schulamtes.
B. Unterricht. 1. Allgemeines.
Dem Wunſche des Unterzeichneten, die 46 Schülerinnen zählende Klaſſe IV in 2 Parallel klaſſen theilen zu dürfen, wurde durch Hohes Reſkript vom 9. Juli 1864 gewillfahrt, nachdem der Gemeinderath gütigſt die Mittel zur Beſchaffung einer weiteren Lehrkraft bewilligt hatte. Auch bei größter Anſtrengung des Lehrers kann der Unterricht dem Schüler nicht wahrhaft förderlich werden, wenn zu viele Individuen in einer Klaſſe beiſammen ſind. Darum werden die betreffenden Eltern dieſe Maßregel gewiß mit freudiger Anerkennung aufnehmen, und ſich mit uns dafür zum aufrichtigſten Danke gegen die hohen Behörden vereinigen.
Klaſſe IV iſt demnach ſeit 1. Juni v. J. in 2 Parallelklaſſen geſchieden, jedoch ſo, daß beide Abtheilungen in einigen Unterrichtsſtunden kombinirt blieben. Dadurch wurde zugleich hinlängliche Lehrkraft gewonnen, um alle Kombinationen von Kl. II. und I. aufzuheben. Das Letztere war umſomehr geboten, als die Vereinigung der beiden Oberklaſſen eine Anzahl von faſt 70 Schülerinnen ergeben hätte, was unter allen Umſtänden und für jedes Unterrichtsfach von entſchieden nachtheiligen Folgen ſein müßte. Die Anſtellung eines weiteren Lehrers war alſo gewiß für die ganze Anſtalt von höchſter Dringlichkeit.
Noch iſt zu erwähnen, daß es ſeitdem möglich wurde, die Stunden, in welchen die Schülerinnen ihre Aufgaben unter Anleitung eines Lehrers lernen oder ſchreiben, zu vermehren, und bis zu Kl. III. auszudehnen. Ueber den Nutzen ſolcher Arbeitsſtunden, wenn ſie alle Schülerinnen einer Klaſſe umfaſſen, und unentgeltlich ſind, dürfte es wohl kaum eine zwieſpältige Meinung geben. Sie erſparen den Eltern viele Unannehmlichkeiten und Sorgen, und den Kindern Mühe und Zeitverluſt..
Zu demſelben Zwecke haben wir in dieſem Winter angefangen, den größten Theil der Schön⸗ ſchreibſtunden für das Kopiren deutſcher, franzöſiſcher und engliſcher Arbeiten zu verwenden. Damit iſt Vielerlei erreicht: Zeiterſparniß, weſche der körperlichen Geſundheit der Kinder oder der geiſtigen Ausbildung zu Gute kommt; Hebung des Schreibunterrichts auf ein höhere pädagogiſche Stufe; Sicherung der einmal erzielten guten Handſchrift u. ſ. w. Man hat ſchon längſt durch inhaltsvolle Vorſchriften die Schreibſtunden praktiſch zu machen unternommen, in der richtigen Erkenntniß, daß mehrere Stunden wöchentlich 8— 10 Jahre hindurch auf Einübung von 24 Zeichen zu verwenden, mehr als Zeitverſchwendung iſt; aber die Menge und Ausdehnung der Lehrgegenſtände in höheren
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